Hauptversammlung und Zwischenbilanz
Kunden geizen bei Karstadt-Quelle

Karstadt-Quelle-Chef Thomas Middelhoff hat hochtrabende Pläne für den Handelskonzern. Doch die Realität sieht anders aus: In den ersten drei Monaten des Jahres ging der Umsatz merklich zurück. Besonders der Versandhandel musste bluten.

HB DÜSSELDORF. Der Konzernumsatz sei zwischen Januar und März um 3,9 Prozent auf 3,27 Mrd. Euro gesunken, teilte Karstadt-Quelle am Montag bei der Hauptversammlung in Düsseldorf mit. Dabei erholte sich der Umsatz in der Warenhaussparte geringfügig, im dominierenden Versandhandel aber reduzierten sich die Erlöse weiter um 7,9 Prozent.

Karstadt-Quelle nannte als weitere Gründe für das Umsatzminus im Konzern das kalte März-Wetter, schlechte Geschäfte bei bei der Touristiktochter Thomas Cook sowie ein verspätetes Ostergeschäft, das erst im zweiten Quartal zu Buche schlägt. Nicht zuletzt deshabl habe sich im April der Umsatz im Warenhausgeschäft positiv entwickelt und auch bei Quelle und Neckermann sei es zu einer Verbesserung gekommen.

Das um zahlreiche Effekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) rutschte mit minus 24 Mill. Euro deutlich in den roten Bereich nach einem Plus von 5,5 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum. Ausschlaggebend für das Minus waren der Versandhandel und der Immobilienbereich, dessen Ergebnis durch die erfolgten Gebäudeverkäufe geringer ausfiel. Nach Unternehmensangaben lag das operative Ergebnis aber über den internen Planungen. Unter dem Strich verringerte sich der Verlust allerdings dank eines verbesserten Zinsergebnisses von 111,1 auf 106,8 Mill. Euro.

Middelhoff baut derzeit den Konzern um: Durch die komplette Abgabe kleinerer Warenhäuser und den Verkauf von Immobilien hat er das Unternehmen weitestgehend entschuldet, muss nun allerdings die Standorte zurückmieten. Den Versandhandel richtet er neu aus: Quelle wird klassischer Katalogversender bleiben, Neckermann soll zur Nummer eins im deutschen Online-Handel aufsteigen.

Karstadt-Quelle will nach der eingeleiteten Sanierung wieder wachsen: Bis 2008 solle der Jahresumsatz auf 18 Mrd. Euro und der Gewinn vor Steuern über 1,1 Mrd. Euro steigen, kündigte Vorstandschef Middelhoff an. Im kommenden Jahr gebe es nach mehrjähriger Pause wieder eine Dividende für die Aktionäre.

Stärker als in der Vergangenheit will der Konzern in Zukunft die Auslandsmärkte ins Visier nehmen. Große Chancen sieht Karstadt hier vor allem im verlustreichen Versandhandelsgeschäft. Allein in Russland habe diese Sparte in den nächsten drei Jahren ein Umsatzpotenzial von bis zu 1 Mrd. Euro, sagte Middelhoff.

Doch auch im klassischen Warenhausgeschäft will der Konzern nach 2006 den Schritt ins Ausland wagen. Er sehe sieben bis acht europäische Metropolen, in denen Karstadt mit Edel-Warenhäusern nach dem Vorbild des Berliner KaDeWe Erfolg haben könne, sage Middelhoff. „Gehen Sie davon aus, dass wir den festen Willen haben, unsere Geschäft mit allen Mitteln zu stärken und das wir überzeugt sind, Ihnen noch die eine oder andere Überraschung in diesem Jahr bieten zu können“, betonte der Manager.

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