Haushaltsgeräte-Hersteller
Großaktionär verkauft Leifheit-Anteile

Familie Schuler-Voith trennt sich von ihrem Aktienpaket bei Leifheit. Nach dem Verkauf bricht der Kurs des Haushaltsgeräte-Herstellers ein. Der Clan hatte sich zuvor von einer weiteren großen Beteiligung getrennt.
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FrankfurtDer Ausstieg beim Haushaltsgeräte-Hersteller Leifheit bringt dem bisherigen Mehrheitseigentümer knapp 124 Millionen Euro. Der Anteil der Familie Schuler-Voith - 50,5 Prozent - wurde über Nacht zu 49 Euro je Aktie bei großen Investoren platziert, wie zwei mit der Transaktion vertraute Personen am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Offiziell wurde über den Verkaufspreis Stillschweigen vereinbart. Der Familienclan unter der Führung von Robert Schuler-Voith hatte sich bereits vor einiger Zeit von seiner zweiten großen Beteiligung - dem Pressenhersteller Schuler - getrennt.

Die Münchener Familie war seit 30 Jahren an der Leifheit AG aus dem rheinland-pfälzischen Nassau beteiligt. Während sich Robert Schuler-Voith aktiv um Leifheit gekümmert hatte, hat die nachfolgende Generation andere Pläne. Der Clan hatte den Anteil am Hersteller von Wäschespinnen oder „Soehnle“-Waagen schon vor drei Jahren zur Disposition gestellt. Ein Verkauf an einer der Rivalen Keter („Allibert“, „Curver“) aus Israel, Jarden („Spontex“) aus den USA oder Blokker aus den Niederlanden war aber an den Preisvorstellungen gescheitert.

Das Warten hat sich für die Familie gelohnt: Der Aktienkurs hat sich seither mehr als verdoppelt. In den vergangenen Wochen hatte er nochmals kräftig angezogen, nachdem Banker offenbar das Interesse an den Aktien ausgelotet hatten. Am Donnerstag brach er allerdings nach der Platzierung um 15 Prozent auf 49,90 Euro ein.

Leifheit-Vorstandschef Thomas Radke hofft durch den höheren Streubesitz nun auf steigendes Interesse an der Aktie. Größter Anteilseigner ist nun Manuel Knapp-Voith, der sein Zehn-Prozent-Paket 2012 ebenfalls zum Verkauf gestellt hatte, vor dem hessischen Haushaltsleitern-Hersteller Joachim Loh („Hailo“). Auf einen Aufstieg in den Kleinwerteindex SDax dürfte Leifheit allerdings so schnell nicht hoffen, sagte LBBW-Index-Experte Uwe Streich. Dazu müsste sich der Börsenumsatz mindestens verdreifachen.

Radke will Leifheit bis 2020 stärker auf Markenprodukte für Haushalt, Reinigung und Wäschepflege ausrichten. Das Massengeschäft soll in den Hintergrund treten. Im vergangenen Jahr hat Leifheit mit 1000 Mitarbeitern bei 221 Millionen Euro Umsatz gut 14 Millionen Euro verdient.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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