Haustier-Fluglinie
Auf den Hund gekommen

Wer sein Haustier auf (Flug-)Reisen schickt, sieht sich oft großen Problemen gegenüber. In den USA hat sich daher eine Fluglinie auf die geliebten Vierbeiner spezialisiert. Doch zuletzt sorgte die Airline für Ärger.
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New YorkUm ein Haar wäre Rocky eingeschläfert worden. Der Schäferhund mit zotteligem Haar und treuem Blick ist seit ein paar Monaten ohne Herrchen. „Seine Familie hat ihn einfach beim Tierheim abgegeben“, sagt Colleen Paige, die den achtjährigen Vierbeiner rettete. Doch die Hundetrainerin aus Los Angeles hatte selbst keinen Platz für Rocky. Sie fand aber für ihn ein neues Zuhause bei einer Familie in North Carolina. Dort könnte Rocky mit drei Kindern und einem anderen Schäferhund glücklich sein.

Wie aber befördert man einen 40 Kilo schweren Hund die rund 5000 Kilometer von der West- zur Ostküste der Vereinigten Staaten?

Nicht mit einer normalen Fluggesellschaft. So ein schwerer Hund wie Rocky muss da oft draußen bleiben. Kleinere Zubringerjets nehmen Haustiere erst gar nicht mit. In der Kabine von größeren Flugzeugen sind nur Vierbeiner unter sechs Kilo erlaubt. Gewichtigere Tiere werden meist wie Gepäckstücke in den Frachtraum gestellt. Dort schwanken die Temperaturen stark; insgesamt starben bei solchen Transporten nach Angaben des US-Verkehrsministeriums von 2005 bis 2010 insgesamt 122 Hunde.

Was die Hundetrainerin Paige entsetzt: Die Tiere erhalten bis zu 15 Stunden weder Wasser noch Futter. „Rocky war nach dem Verlust seiner Familie so depressiv“, sagt Paige, die mehrere Bücher über Hunde und deren Adoption geschrieben hat. „Das konnte ich ihm nicht zumuten.“

Also buchte Paige einen Flug mit Pet Airways. Die Gesellschaft fliegt, wie der Name verrät, ausschließlich Haustiere durch Amerika. Wer die Geschäftsidee für einen schlechten Witz hält, der irrt. Amerika ist groß; viele wollen gern ihren vierbeinigen Liebling mit in den Urlaub nehmen oder zu Verwandten schicken. Insgesamt geben Amerikaner für die Reisen ihrer Hunde und Katzen laut Schätzung des Verbands American Pet Products Association jährlich 5,7 Milliarden Dollar aus.

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  • Stark schwankende Temperaturen ? Welche Räuberpistolen werden hier abgegeben. Unter 6 Kilo dürften die Tiere nur in den Kabinen wiegen? Bitte liebes HB, 8 Kilo manchmal 10 ist der Standard für Kabinenflüge. Und in den Frachträumen gibt es Abteilungen in denen die Temperaturen nicht schwanken, diese sind für die Tiere reserviert. Fragen Sie Lufthansa, die haben sogar ein Pet-Lounge. Ich als Vielflieger mit einer Menge Katzen( irgendwo spinnt jeder!) haben einzelne Exemplare, die den Atlantik besser kennen, wie den Nachbarn. Was Pet Airway betrifft, das ist schlicht zu teuer und deshalb wird Pet Airways sicher nicht überleben.

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