Hayek-Familie investiert
Das neue Kronjuwel im Swatch-Reich

Das Juwelierhaus Harry Winston ist der neuste Zukauf des Uhrenriesens Swatch. Hinter diesem steckt die Familie Hayek. Und die hat ganz eigene Pläne, wie sie Harry Winston wieder zum Strahlen bringen kann.
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GenfNayla Hayek, die Präsidentin der Verwaltungsrates des Uhrenriesen Swatch, ist eine resolute und bodenständige Managerin. Aber wenn sie vom neu erworbenen Juwelierlabel Harry Winston spricht, kommt sie ins Schwärmen. „Im New Yorker Büro haben wir noch 1000 Originalentwürfe für Schmuckstücke vom Gründer Harry Winston gefunden“, erzählt sie, „in der Schmuckwerkstatt in New York arbeitet noch ein Designer, der mit ihm zusammen gearbeitet hat, der Mann ist über 80.“

Ihr Bruder und CEO der Swatch Group, der auf dem Podium seiner Schwester auf der Jahrespressekonferenz der Swatch Group lauscht, kann es sich in dem Moment nicht verkneifen, vor der versammelten Presse eine dicke Zigarre anzuzünden. „Du löst hier gleich noch den Feueralarm aus“, raunt ihn seine Schwester halb im Scherz doch etwas genervt vom Rednerpult an.

Die Hayeks – eine schrecklich nette Familie. Und erfolgreich dazu. 2013 legte der Konzern mal wieder ein Rekordergebnis vor, der Gewinn stieg um 20 Prozent auf 1,9 Milliarden Franken. Bei Uhren sind die Hayeks, die rund 40 Prozent des Kapitals des Uhrenkonzerns (Marken unter anderem: Swatch, Longines, Omega, Breguet) kontrollieren, weltweit die Nummer eins. Im Vergleich zum Rivalen Richemont fehlte ihnen aber lange ein echtes Standbein im Schmuckgeschäft. Daher übernahm Swatch vergangenes Jahr den US Schmuckhersteller Harry Winston für 750 Millionen Dollar. Diademe und Colliers des Traditionshauses werden gerne von Hollywood-Stars wie Elisabeth Taylor getragen.

Im Uhrenwerk von Harry Winston nahe bei Genf nannten die Hayeks am Donnerstag zum ersten Mal Details über die laufende Integration. Auch die ist eine Familienaufgabe. Nayla Hayek ist CEO von Harry Winston. Ihr Sohn Marc Alexander kümmert sich um die Uhren – bei Swatch verantwortet der 43jährige bereits die Luxusuhrenmarken Breguet und Blancpain. Onkel Nick wacht als Konzern CEO darüber, dass am Ende die Rechnung aufgeht.

Zahlen zu Harry Winston nannten die Hayeks natürlich keine. Analysten schätzen aber die operative Marge auf rund vier Prozent. Lichtjahre von der des Swatch-Konzern, dessen Ebit-Marge vergangenes Jahr über 27 Prozent lag.

„Seit der Übernahme ist die Profitabilität von Harry Winston gut“, sagte Nick Hayek. Denn 2013 konnten die Schweizer auf sehr einfache Art die Margen erhöhen. Beispielsweise muss Harry Winston zum Ankauf der sündhaft teuren Juwelen nun keine Bank-Kredite aufnehmen. Das spart Zinsen. Bei Harry Winston war vor dem Einstieg der Hayeks die Kassen offenbar so knapp, dass das Traditionshaus Schmuckstücke verkaufte, bei denen die Diamanten nur geliehen waren. „Dann ist die Marge natürlich klein“, erklärte Nayla Hayek. Dank des Scheckbuchs in der Schweiz muss sich Harry Winston nun keine mehr Steine leihen.

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