Hedderich übernimmt
Überraschender Führungswechsel bei Bahn-Gütersparte

Die Güterbahn-Tochter der DB bekommt inmitten der Wirtschaftskrise überraschend eine neue Spitze. Alexander Hedderich, langjähriger Chefstratege der Deutschen Bahn, wird künftig die Sparte führen und Klaus Kremper ablösen, wie die Bahn am Donnerstagabend mitteilte.

HB BERLIN. Hintergrund ist nach Angaben aus Unternehmenskreisen ein Streit um die Sanierung der schwer angeschlagenen Sparte: Der Konzern will demnach seine bisherigen Planungen verschärfen und strebt die Kapitalmarktfähigkeit nun schon für 2011 an. Dies bedeutete erhöhte Vorgaben an Gewinn und Profitabilität für praktisch alle Sparten. Die Güterbahn unter dem Namen DB Schenker Rail, die von der Wirtschaftskrise am stärksten getroffen ist, treffe dies am härtesten, sagten mit den Planungen Vertraute Reuters. Kremper habe den neuen Zielen nur unter Vorbehalt zustimmen wollen. Allein in diesem Jahr muss die Güterbahn den Angaben zufolge mit einem Umsatzminus von 1,1 Mrd. Euro rechnen. Tausende Beschäftigte sind derzeit in Kurzarbeit, mehrere zehntausend Güterwagen stehen wegen der Krise auf den Abstellgleisen.

Hedderich galt im Konzern als treuer Gefolgsmann von Ex-Bahnchef Hartmut Mehdorn und Chefplaner seiner Börsenpläne. In Zuge des Austausches zahlreicher Manager wegen der Überwachungsaffäre bei der Bahn war auch über seine Ablösung spekuliert worden. Der neue Bahnchef Rüdiger Grube hatte sich aber ausdrücklich hinter Hedderich gestellt, der den Chefposten bei der DB Schenker Rail ab September antreten soll.

Das Geschäftsfeld umfasst den Schienengüterverkehr der Bahn in zehn europäischen Ländern mit rund 36 000 Mitarbeitern. Die größte europäische Güterbahn erzielte 2008 einen Umsatz von 4,65 Mrd. Euro und ein Betriebsergebnis (Ebit) von 307 Mio. Euro.

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