Heinemann plant nun auch den Einstieg in Südostasien und Indien
Duty-Free-Verkäufer expandiert weltweit

Das alte Hamburger Handelshaus Gebr. Heinemann will sowohl in Indien als auch in Südostasien einsteigen. Der Weltmarktführer im Duty-Free-Großhandel, der einer der fünf weltgrößten Duty-Free- und Travel-Value-Einzelhändler ist, wolle sich dazu lokale Partner suchen, sagte Gunnar Heinemann, einer der zwei Unternehmenschefs, im Gespräch mit dem Handelsblatt.

HB DÜSSELDORF. Die Strategie, einen ortsansässigen Teilhaber an Bord zu holen, habe sich in der Vergangenheit bewährt. Noch gebe es aber kein konkretes Ergebnis. Bisher besitzt das 1879 gegründete Familienunternehmen außerhalb Europas nur Beteiligungen in Libyen und Südafrika.

Der unter anderem auf Flughäfen sowie Kreuzfahrt- und Fährschiffen tätige Konzern expandiert zügig. Zu Jahresbeginn übernahm das 2 800-Mitarbeiter-Unternehmen den Verkauf zollfreier Waren auf drei norwegischen Airports.

Für Gunnar Heinemann ist das skandinavische Land einer der lukrativsten Märkte überhaupt: Zum einen sei es nicht EU-Mitglied, so dass alle Reisenden, die ins Ausland fliegen oder von dort ankommen, zollfrei einkaufen könnten. Zum anderen seien die Verbrauchssteuern dort enorm hoch. So koste Alkohol bei Händlern im Land doppelt so viel wie auf den Flughäfen. Etwa jeder zweite Reisende greife deshalb in den Osloer Läden zur Geldbörse.

In den vergangenen Jahren hatte sich das Unternehmen stark in Osteuropa engagiert. Neben den Duty-Free- und Travel-Value-Läden beispielsweise in Prag und Budapest boomt dort vor allem der Großhandel, der rund 60 Prozent des Gesamtumsatzes von Gebr. Heinemann ausmacht. Das Hamburger Logistikzentrum statte in „allen osteuropäischen Ländern“ rund 200 Verkaufsstellen für Reisende mit kompletten Sortimenten aus. In den vergangenen acht Jahren sei das der Wachstumstreiber schlechthin gewesen.

Ein Schlüsselmarkt, den Heinemann ebenfalls ausbauen will, ist die Türkei: Die bringe bereits jetzt knapp ein Drittel der Einzelhandels- und 15 Prozent der Großhandelserlöse. Auch hier wird das Handelshaus in nächster Zeit laut Gunnar Heinemann weiter Filialen einrichten. Allerdings bestehe in dem Markt ein nicht zu verachtendes Risiko: Sollte es in der Türkei einen großen Terrorakt geben, hätte das besonders große Auswirkung auf den Umsatz des Unternehmens.

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