Heiner Kamps steigt aus – Vorbereitungen für Börsengang laufen weiter
Nur ein Bieter für Tank & Rast bleibt übrig

In den nächsten zwei Tagen entscheidet sich, ob Tank & Rast an den britischen Finanzinvestor Terra Firma verkauft oder an die Börse gebracht wird. Nach Angaben aus Finanzkreisen gibt es nur noch diese beiden Optionen, nachdem der ehemalige Bäckereiunternehmer Heiner Kamps aus dem Bieterrennen ausgeschieden ist.

HB FRANKFURT. Wie es weiter heißt, soll Kamps offenbar auf unüberwindbare Probleme bei der Finanzierung der Transaktion gestoßen sein. Kamps selbst war zur keiner Stellungnahme zu erreichen.

Der Finanzinvestor Terra Firma bietet nach Angaben aus Verhandlungskreisen rund 1,1 Mrd. Euro für den Raststättenbetreiber. „Das Beteiligungsunternehmen ist weiter fest entschlossen, Tank & Rast zu kaufen“, sagte ein Verhandlungsteilnehmer. Das Private-Equity-Haus ist aus einer Spezialfinanzierungseinheit der japanischen Bank Nomura hervorgegangen. In den Beteiligungsfonds von Terra Firma ist Nomura noch heute stark als Eigenkapitalgeber engagiert. Offenbar war Nomura aber auch als Fremdkapitalgeber für Kamps eingeplant, was zu einem Interessenskonflikt geführt haben soll, wie es in Finanzkreisen heißt. Als verbündeter Immobilieninvestor von Kamps galt bisher die 1952 gegründete britische William Pears Group, eines der größten Privatunternehmen in Großbritannien.

Die Eigentümer von Tank & Rast streben jetzt eine rasche Entscheidung an. Die drei Gesellschafter von Tank & Rast sind Lufthansa, Allianz Capital Partners und der Finanzinvestor Apax. Vergangene Woche hatte Lufthansa den Börsengang angekündigt. Nach Angaben aus Finanzkreisen könnte die Emission in der zweiten Dezemberwoche erfolgen; der Ausgabepreis werde bei einer Emission Ende November veröffentlicht.

Die erste Resonanz aus der seit Montag laufenden Vorvermarktung der Aktien bei Großanlegern ist nach Informationen aus Finanzkreisen „durchaus positiv“. Wenn sich die Gesellschafter von Tank & Rast für eine Emission entscheiden sollten, werde das Volumen bei maximal 450 Mill. Euro liegen. Davon sei der Großteil für eine Kapitalerhöhung reserviert worden. Da vor allem institutionelle Investoren angesprochen würden, seien keine Vergünstigungen wie Gratisaktien für Kleinanleger geplant, hieß es weiter. Tank & Rast wollte die jüngste Entwicklung nicht kommentieren.

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