Hektische Verhandlungen unter Führung Berlusconis
Widerstand der Gewerkschaft gefährdet Alitalia-Rettung

Der Rettungsplan für die kriselnde Fluggesellschaft Alitalia ist in Gefahr. Um die Lage zu retten, hat sich am Wochenende der Premierminister Silvio Berlusconi persönlich in die Verhandlungen eingeschaltet und die Gewerkschaften einbestellt.

MAILAND. Die Vertreter der Piloten hatten am Freitag die Verhandlungen über den Arbeitsplatzabbau und die neuen Gehälter offiziell abgebrochen, weil sie die Bedingungen als unzumutbar ablehnen. Sogar die Flüge vom Montag waren zwischenzeitlich gefährdet, weil Alitalia angeblich das Kerosin nicht mehr zahlen kann.

Sollten nun die Verhandlungen mit den Gewerkschaften scheitern, wäre der Weg in die Insolvenz fast unausweichlich. Der bisherige Plan sieht vor, dass nur der verschuldete Teil der Fluggesellschaft in die Insolvenz geht und das operative Geschäft von einer Gruppe von 16 privaten Investoren übernommen wird. Um das durchzusetzen, sind die Beteiligten jedoch auf die Zustimmung der insgesamt neun verschiedenen Gewerkschaften angewiesen. Doch denen wird schwere Kost vorgesetzt. Zwischen 3 000 und 7 000 der insgesamt 20 000 Stellen sollen wegfallen.

Am Sonntag hat Berlusconi unter anderem die Piloten empfangen, die sich gegen die Entlassung von 1 000 Piloten wehren. Dabei kam es zwar noch nicht zu einem konkreten Ergebnis. Aber die Parteien haben sich darauf geeinigt, die formellen Gespräche am Sonntag Abend wieder aufzunehmen.

Für Berlusconi, der die Rettung von Alitalia auch zum Wahlkampfthema erkoren hatte, wäre ein Scheitern der Verhandlungen ein herber Gesichtsverlust. Schließlich hatte er das Übernahmeangebot von Air France KLM im Frühjahr blockiert und statt dessen eine italienische Lösung gefordert. Um das Scheitern zu verhindern, setzte die Berlusconi-Regierung am Wochenende alles daran, doch noch eine Lösung zu finden. Voraussichtlich sollen die Gehälter um weniger als die bisher geplanten 25 Prozent gesenkt werden. Piloten könnten zudem einen besonderen Status als Führungspersonal erhalten.

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