Helios sieht sich als Marktführer
Großstädte lassen ihre Kliniken nicht los

Der Siegeszug der privaten Klinikbetreiber macht offenbar vor den Toren der großen Städte Halt. Innerhalb weniger Wochen mussten der auf zeitlich befristete Managementverträge spezialisierte Klinikbetreiber Sana in Stuttgart und der an der Übernahme der Hamburger Landesbetriebe Krankenhäuser (LBK) heiß interessierte Wettbewerber Asklepios herbe Enttäuschungen wegstecken. Auch die im MDax notierte Rhön-Klinikum AG konnte bislang in Großstädten kaum Fuß fassen.

FRANKFURT/M. Der Asklepios-Kliniken GmbH mit Sitz im hessischen Kronberg ist das Jubeln vorerst vergangen. Nach Verhandlungen, die sich über mehr als ein Jahr hinzogen, schien der Zuschlag für das sieben Kliniken zählende Hamburger Großkrankenhaus LBK gerade gesichert zu sein, da machen dem Klinikbetreiber die Querelen der Landespolitik einen Strich durch die Rechnung. Wegen der Auflösung der Bürgerschaft und der vorgezogenen Neuwahlen am 29. Februar ist der vom Senat und den zuständigen Ausschüssen genehmigte Verkauf geplatzt.

Kurz vor den Neuwahlen könne ein so folgenschwerer Schritt wie die bislang größte Klinikprivatisierung in Deutschland nicht durchgepeitscht werden, begründete Hamburgs Bausenator Mario Mettbach von der Partei Rechtsstaatliche Offensive den Rückzieher. Elmar Willebrand, Asklepios-Hauptgeschäftsführer, hofft jetzt darauf, dass der unterschriftsreife Vertrag im späten Frühjahr von der neugewählten Bürgerschaft gebilligt wird und damit die letzte Hürde nimmt.

Ganz ausschließen lasse sich nicht, dass der Verkauf unter neuen Mehrheitsverhältnissen nicht mehr zu Stande kommt, räumt Willebrand ein. Denn dem vorläufigen Stopp vorausgegangen war ein heftiger Widerstand von Teilen der Belegschaft und der Bevölkerung. So wurden auf Initiative der Gewerkschafter von DGB und Verdi mehr als 100 000 Unterschriften gesammelt, um den Verkauf per Volksentscheid zu verhindern.

Kaum besser erging es der Sana-Kliniken-Gesellschaft mbH mit dem Stuttgarter Klinikum. Nach mehr als einem Jahrzehnt wurde der Managementvertrag mit der Landeshauptstadt aufgelöst – im gegenseitigen Einvernehmen, wie es in der offiziellen Mitteilung heißt. Vorausgegangen war der Trennung eine regelrechte Schlammschlacht, die vor allem über die lokale Presse ausgetragen wurde.

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