Henkel, Colgate-Palmolive & Co.
Russland verbannt westliche Waschmittel

Russland reagiert mit Gegenmaßnahmen auf die Sanktionen des Westens. Der Kreml verbietet bestimmte Agrarprodukte und ließ Lebensmittel vernichten. Nun werden auch Waschmittelmarken aus den russischen Regalen verbannt.
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Moskau/DüsseldorfDie russische Verbraucherschutzbehörde will einige Waschmittelmarken ausländischer Hersteller nicht länger in Regalen der heimischen Supermärkte sehen. Mehrere Produkte der Konsumgüterriesen Henkel, Procter&Gamble, Colgate-Palmolive und Clorox entsprächen nicht den Gesundheitsvorschriften, begründete die Behörde am Dienstag ihre Entscheidung. Händler seien angewiesen worden, sie aus ihrem Sortiment zu entfernen.

Unter anderem erhielt der Handelskonzern Metro eine entsprechende Aufforderung, der mit 82 Großmärkten in Russland vertreten ist. Beamte der Gesundheitsbehörde überprüften zudem überraschend ein Henkel-Waschmittelwerk in der Region Perm. Russland ist der viertgrößte Markt weltweit für den Hersteller von Pritt und Persil.

Die Europäische Union (EU) und die USA haben Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt. Hintergrund ist die Ukraine-Politik der Regierung in Moskau. Russland reagiert mit Gegenmaßnahmen und hat unter anderem die Einfuhr bestimmter EU-Agrarprodukte verboten. Präsident Wladimir Putin hatte auch verfügt, dass illegal aus dem Westen eingeführte Lebensmittel vernichtet werden.

Die russische Verbraucherschutzbehörde erklärte weiter, sie teste auch Wasch- und Reinigungsmittel anderer Hersteller. Details teilte sie nicht mit. Wasch- und Reinigungsmittel dürfen nur dann in Russland verkauft werden, wenn ihre Sicherheit durch Prüfungen und ein staatliches Zertifikat bestätigt ist. „Alle Wasch- und Reinigungsmittel, mit denen wir den russischen Markt beliefern, haben von den zuständigen Behörden das staatliche Registrierungszertifikat erhalten“, erklärte ein Henkel-Sprecher. Henkel suche nun den Dialog mit den russischen Behörden, „um den Hintergrund der Maßnahmen zu verstehen“. Henkel ist seit 1991 in Russland vertreten, der Konzern beschäftigt dort rund 2500 Menschen und unterhält mehrere Fabriken.

Der Handelskonzern Metro erklärte, er solle auf eine Aufforderung der Behörden hin einige Produkte nicht mehr in Russland anbieten. Es handele sich aber nur um einige Produkte aus den Bereichen Wasch- und Reinigungsmittel sowie Kosmetik. Der Anteil dieser Produkte am gesamten Angebot der Metro-Großmärkte sei „nicht bedeuten“.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Rußland macht es richtig. Die Russen haben das Recht, sich zu wehren, und sie sind offenbar klug genug, daß sie nur solche Gegensanktionen verhängen, die nicht der eigenen Wirtschaft schaden.

    Wenn die Firma Henkel etwas gegen die zu erwartenden Umsatzeinbußen unternehmen will, sollte sie nicht in Moskau vorstellig werden, sondern bei der Regierung in Berlin. Die trägt schließlich die Verantwortung für die suicidalen Rußlandsanktionen. Rußland reagiert nur defensiv. Es würde morgen alle Gegensanktionen aufheben, wenn der Westen zur Vernunft zurückfände.

    Und wenn die deutsche Regierung sich weiter unbelehrbar zeigt, sollte Henkel sich wenigstens innerhalb der Interessenverbände der deutschen Industrie dafür einsetzen, daß die Verbände endlich deutlich und klar öffentlich gegen die Sanktionspolitik Deutschlands Stellung nehmen.

    J

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