Henkel

Persil-Hersteller auf Rekordkurs

Bei Umsatz und Gewinn konnte Henkel im abgelaufenen Quartal zulegen. Aber das organische Wachstum in der Sparte Schönheitspflege stagniert. Henkel-Chef Hans Van Bylen setzt deshalb auf neue Produkte und Akquisitionen.
Update: 10.08.2017 - 11:45 Uhr Kommentieren

Die Bären zwingen den Dax in die Knie

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DüsseldorfManche Gelegenheiten kommen nie wieder. So dürfte sich Henkel-Chef Hans Van Bylen manchmal ärgern, dass der Düsseldorfer Konzern bei der Übernahme der Kosmetikmarke Wella vor zwei Jahren den Kürzeren gezogen hat. Wella ging an den US-Konkurrenten Coty, der bereit war, neben Wella noch weitere Marken von Procter & Gamble zu übernehmen.

Der Grund für das Hadern mit verpassten Chancen: Der Bereich Schönheitspflege von Henkel war im zweiten Quartal am schwächsten. Das organische Wachstum, also bereinigt um Währungsschwankungen und Akquisitionen, stagnierte bei Produkten wie „Schwarzkopf“, „Syoss“ oder „Bac“ bei 997 Millionen Euro.

Damit bleibt die Sparte Schönheitspflege die kleinste nach dem Bereich Klebstoff, der organisch um 3,4 Prozent auf rund 2,3 Milliarden Euro wuchs, und der Wasch- und Reinigungsmittel-Sparte, die um 2,1 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zulegte.

Das Umsatzminus in der Sparte Schönheitspflege begründete Van Bylen mit einem schwächeren Markt im Einzelhandelsgeschäft in Italien und Frankreich, „das unter unseren Erwartungen blieb“, wie Van Bylen in einer Telefonkonferenz sagte. „Wir haben Maßnahmen ergriffen, um das zu verbessern“. Er setzt da vor allem auf neue Produkte. „Wir haben eine gut gefüllte Innovations-Pipeline“, sagte der Henkel-Chef. Dafür wachse das Profigeschäft der Sparte seit mehr als zwei Jahren, betonte Van Bylen.

Diese Konzerne versorgen die Welt
Platz 41 – Henkel
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Die Unternehmensberatung OC&C Strategy Consultants hat erneut die größten Konsumgüterhersteller der Welt ermittelt. Als einziges deutsches Unternehmen unter den Top 50 bleibt der Persil-Hersteller Henkel wie im Vorjahr auf dem 41. Rang – mit einem Umsatz von fast 10 Milliarden US-Dollar.

Quelle: OC&C

Platz 10 – L'Oréal
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L’Oréal ist der weltgrößte Kosmetikkonzern. Die Franzosen überzeugen mit zahlreichen starken Marken.

Platz 9 – Mondelez
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Mondelez ist eine Abspaltung von Kraft Foods. Er bündelt das weltweite Snackgeschäft, außerdem die Kaffee-Aktivitäten. Das macht den Konzern zum Konkurrenten von Nestlé. Allerdings werden die Kaffeemarken rund um Jacobs unter der Führung der deutschen Industriellen-Familie Reimann mit dem niederländischen Konzern DE Master Blenders verbunden.

Platz 8 – Tyson Foods
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Tyson Foods ist in den USA bekannt. Der Konzern gehört zu den weltgrößten Fleischverarbeitern. 2015 machte Tyson einen Umsatz von 41,4 Milliarden Dollar.

Platz 7 – AB Inbev
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Der Bierbrauer AB Inbev ist durch viele Übernahmen zum Weltspieler geworden. Er treibt die Konsolidierung der Branche voran – und fusioniert derzeit mit dem größten Rivalen SAB Miller. In Deutschland ist er mit Marken wie Beck’s, Corona und Lübzer vertreten.

Platz 6 – Coca Cola
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Coca-Cola liegt deutlich hinter Pepsi. Denn anders als der Rivale hat der Konzern aus Atlanta kein großes Snackgeschäft. Dafür hat er zuletzt bei Verbrauchern Sympathien mit seiner Kampagne, Namen auf Dosen und Flaschen zu schreiben, gewonnen – und mit Innovationen wie Kokoswasser und Coke Life mit Stevia.

Platz 5 – JBS
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JBS ist eher unbekannt in Europa. Dabei gehört der brasilianische Fleischproduzent zu den ganz großen Konzernen der Konsumgüterbranche mit 47,9 Milliarden Dollar Umsatz.

Finanzvorstand Carsten Knobel machte klar, dass Henkel in dem Bereich auch durch Zukäufe wachsen will. „Wenn sich gute Möglichkeiten bieten, werden wir natürlich auch weiter akquirieren.“ Bei der letzten großen Akquisition vom vergangenen Jahr, dem US-Waschmittelkonzern Sun, komme Henkel bei der Integration gut voran, sagte Knobel. In 24 Monaten werde Sun voll integriert sein, einschließlich des Umzugs an die Ostküste.

Van Bylen warnte, „dass die Rahmenbedingungen in den Konsumgütermärkten weiter schwierig bleiben“. Und er rechnet auch damit, dass „die Währungsschwankungen anhalten“. Schwierig ist das Geschäft vor allem in Westeuropa, wo das organische Wachstum mit minus 1,2 Prozent leicht negativ war, weil Preis- und Promotionsdruck hoch waren.

Dafür legten Wachstumsregionen wie Osteuropa (plus 5,2 Prozent), Lateinamerika (plus 6,1 Prozent) und Asien/Pazifik (plus 4,8 Prozent) kräftig zu. Das reichte aus, um den Gesamtumsatz von Henkel im zweiten Quartal organisch um 2,2 Prozent auf das neue Rekordniveau von 5,1 Milliarden Euro zu steigern. Der Anstieg war aber deutlich geringer als in den ersten drei Monaten dieses Jahres, als der Umsatz noch organisch um vier Prozent wuchs. Das bereinigte betriebliche Ergebnis (Ebit) legte um elf Prozent auf 909 Millionen Euro zu.

Bei Waschmitteln und Klebstoffen läuft es gut
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