Henkel-Strategie

Persil-Hersteller will weiter mit Übernahmen wachsen

Der Persil-Hersteller Henkel will in den kommenden vier Jahren sein Wachstumstempo halten. Bis 2020 soll der Umsatz aus eigener Kraft im Schnitt um 2 bis 4 Prozent zulegen. Aber auch Zukäufe hat Henkel im Sinn.
Update: 17.11.2016 - 07:59 Uhr Kommentieren

Henkel im roten Bereich - Dax kaum verändert

Henkel im roten Bereich - Dax kaum verändert

DüsseldorfDer Konsumgüterkonzern Henkel will unter seinem neuen Chef Hans Van Bylen bis 2020 beim Umsatz wachsen, kräftiger investieren und profitabler arbeiten. In den nächsten vier Jahren wolle Henkel ein durchschnittliches organisches Umsatzwachstum von zwei bis vier Prozent erreichen, teilte der Hersteller von Pritt und Persil am Donnerstag in Düsseldorf mit.

Das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie solle im Mittel von sieben bis neun Prozent pro Jahr wachsen, im letzten Vier-Jahres-Plan peilte Henkel hier noch zehn Prozent an. Die Ebit-Marge solle weiter steigen. Eine konkrete Steigerungsrate nannte Henkel hier aber nicht. Auch setzte sich der Konzern – anders als in der Vergangenheit – kein genaues Umsatzziel. Die Düsseldorfer bauen zudem weiter auf Übernahmen. Akquisitionen seien weiterhin ein integraler Bestandteil der Strategie.

„Henkel ist in einer hervorragenden Ausgangsposition, um in den kommenden Jahren weiter nachhaltig profitabel zu wachsen“, betonte der seit dem 1. Mai als Henkel-Chef amtierende Van Bylen. „Bis zum Jahr 2020 und darüber hinaus will Henkel weiter profitables Wachstum erzielen.“ Dabei will Henkel auch auf die Digitalisierung setzen und seine Kernmarken um Persil, Loctite, Schwarzkopf und Pril stärken. Der Anteil der zehn größten Marken am Gesamtumsatz solle bis 2020 auf 75 Prozent steigen. Van Bylen will zudem durch den Eintritt in neue Märkte für Wachstum sorgen. Die Investitionen sollen im Zeitraum 2017 bis 2020 auf bis zu drei Milliarden Euro steigen, zuvor waren es rund zwei Milliarden Euro.

Den letzten Vier-Jahres-Plan hatte Henkel unter dem damaligen Chef Kasper Rorsted im November 2012 in London vorgelegt. Damals hatte sich der Konzern für 2016 ein Umsatzziel von 20 Milliarden Euro auf die Fahnen geschrieben, zehn Milliarden Euro davon sollte Henkel in Wachstumsmärkten einfahren. Das bereinigte Ergebnis je Aktie sollte im Mittel um zehn Prozent pro Jahr zulegen - eine höhere Steigerungsrate als nun ausgegeben.

Diese Konzerne versorgen die Welt
Platz 41 – Henkel
1 von 11

Die Unternehmensberatung OC&C Strategy Consultants hat erneut die größten Konsumgüterhersteller der Welt ermittelt. Als einziges deutsches Unternehmen unter den Top 50 bleibt der Persil-Hersteller Henkel wie im Vorjahr auf dem 41. Rang – mit einem Umsatz von fast 10 Milliarden US-Dollar.

Quelle: OC&C

Platz 10 – L'Oréal
2 von 11

L’Oréal ist der weltgrößte Kosmetikkonzern. Die Franzosen überzeugen mit zahlreichen starken Marken.

Platz 9 – Mondelez
3 von 11

Mondelez ist eine Abspaltung von Kraft Foods. Er bündelt das weltweite Snackgeschäft, außerdem die Kaffee-Aktivitäten. Das macht den Konzern zum Konkurrenten von Nestlé. Allerdings werden die Kaffeemarken rund um Jacobs unter der Führung der deutschen Industriellen-Familie Reimann mit dem niederländischen Konzern DE Master Blenders verbunden.

Platz 8 – Tyson Foods
4 von 11

Tyson Foods ist in den USA bekannt. Der Konzern gehört zu den weltgrößten Fleischverarbeitern. 2015 machte Tyson einen Umsatz von 41,4 Milliarden Dollar.

Platz 7 – AB Inbev
5 von 11

Der Bierbrauer AB Inbev ist durch viele Übernahmen zum Weltspieler geworden. Er treibt die Konsolidierung der Branche voran – und fusioniert derzeit mit dem größten Rivalen SAB Miller. In Deutschland ist er mit Marken wie Beck’s, Corona und Lübzer vertreten.

Platz 6 – Coca Cola
6 von 11

Coca-Cola liegt deutlich hinter Pepsi. Denn anders als der Rivale hat der Konzern aus Atlanta kein großes Snackgeschäft. Dafür hat er zuletzt bei Verbrauchern Sympathien mit seiner Kampagne, Namen auf Dosen und Flaschen zu schreiben, gewonnen – und mit Innovationen wie Kokoswasser und Coke Life mit Stevia.

Platz 5 – JBS
7 von 11

JBS ist eher unbekannt in Europa. Dabei gehört der brasilianische Fleischproduzent zu den ganz großen Konzernen der Konsumgüterbranche mit 47,9 Milliarden Dollar Umsatz.

Rorsted ist mittlerweile zum Sportartikelhersteller Adidas gewechselt, der Belgier Van Bylen hat das Ruder übernommen. Das strategische Umsatzziel werde Henkel aber wohl nicht erreichen können, hatte Rorsted bei seinem Abschied angedeutet. „Eine Punktlandung beim Umsatzziel von insgesamt 20 Milliarden Euro bis Ende 2016 ist aus heutiger Sicht eher unwahrscheinlich“, hatte er im April eingeräumt. Van Bylen hatte dann aber im Juni einen großen Zukauf in den USA verkündet: Henkel übernehme für 3,6 Milliarden US-Dollar den US-Waschmittelhersteller Sun Products. Der Konzern stärkte damit sein Waschmittelgeschäft. Größter Umsatzbringer ist aber weiter das Geschäft mit Klebstoffen. Zudem produziert Henkel auch Kosmetika.

  • dpa
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Henkel-Strategie - Persil-Hersteller will weiter mit Übernahmen wachsen

0 Kommentare zu "Henkel-Strategie: Persil-Hersteller will weiter mit Übernahmen wachsen"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%