Henkel und Beiersdorf

Deutsche Kosmetikriesen sind nicht in Kauflaune

Das Übernahmekarussell in der Kosmetikbranche dreht sich. Doch die großen Happen gehen an den deutschen Branchengrößen vorbei. Gerade Henkel hat noch Nachholbedarf, meinen Experten.
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Das Gerangel um die lukrativen Marken in der Kosmetikindustrie ist im vollen Gange. Quelle: dpa
Gerangel in der Kosmetikbranche

Das Gerangel um die lukrativen Marken in der Kosmetikindustrie ist im vollen Gange.

(Foto: dpa)

FrankfurtDas Geschäft mit der Schönheit boomt - das Gerangel um die lukrativen Marken in der Kosmetikindustrie ist im vollen Gange. Doch während ausländische Konzerne munter zukaufen und sich mit Coty (Marken Astor, Manhattan, Lancaster) gerade ein neuer Topspieler in der Kosmetik-Liga formiert, stehen deutsche Unternehmen wie Henkel oder Beiersdorf bislang als Zuschauer nur an der Seitenlinie.

Dabei sind die Kassen der beiden Dax-Konzerne prall gefüllt. Der Düsseldorfer Persil- und Schwarzkopf-Hersteller Henkel kann laut der Ratingagentur Fitch locker 5 Milliarden Euro ausgeben, ohne sein erstklassiges Schulden-Rating zu gefährden. Eine gute Bonitätsbewertung ist vielen Unternehmen wichtig, weil sie sich damit zu günstigen Konditionen Kapital verschaffen können.

Auch der Hamburger Nivea-Konzern Beiersdorf verfügt über die nötigen finanziellen Mittel. Auf mögliche Übernahmen angesprochen, gibt sich Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich allerdings zurückhaltend und bemüht gerne das Bild vom vorsichtigen hanseatischen Kaufmann. Man schaue sich um, allerdings sei man in der Vergangenheit auch gut damit gefahren, aus eigener Kraft zu wachsen, sagte er zuletzt.

Diesen Luxus, allein auf die eigenen Kräfte zu vertrauen, kann sich Henkel Analysten zufolge hingegen nicht leisten – zumindest wenn Henkel-Chef Kasper Rorsted die Finanzmärkte zufriedenstellen will. Bis Ende 2016 soll der Umsatz des Kosmetik-, Waschmittel- und Klebstoffherstellers auf 20 Milliarden Euro steigen, hatte er einst versprochen. 2014 kam Henkel auf gut 16 Milliarden Euro. Diese Lücke ohne Übernahmen zu schließen, ist aus Sicht von Analyst Peter Steiner vom Bankhaus Lampe nicht zu schaffen.

Diese Konzerne versorgen die Welt
Platz 41 – Henkel
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Die Unternehmensberatung OC&C Strategy Consultants hat erneut die größten Konsumgüterhersteller der Welt ermittelt. Als einziges deutsches Unternehmen unter den Top 50 bleibt der Persil-Hersteller Henkel wie im Vorjahr auf dem 41. Rang – mit einem Umsatz von fast 10 Milliarden US-Dollar.

Quelle: OC&C

Platz 10 – L'Oréal
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L’Oréal ist der weltgrößte Kosmetikkonzern. Die Franzosen überzeugen mit zahlreichen starken Marken.

Platz 9 – Mondelez
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Mondelez ist eine Abspaltung von Kraft Foods. Er bündelt das weltweite Snackgeschäft, außerdem die Kaffee-Aktivitäten. Das macht den Konzern zum Konkurrenten von Nestlé. Allerdings werden die Kaffeemarken rund um Jacobs unter der Führung der deutschen Industriellen-Familie Reimann mit dem niederländischen Konzern DE Master Blenders verbunden.

Platz 8 – Tyson Foods
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Tyson Foods ist in den USA bekannt. Der Konzern gehört zu den weltgrößten Fleischverarbeitern. 2015 machte Tyson einen Umsatz von 41,4 Milliarden Dollar.

Platz 7 – AB Inbev
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Der Bierbrauer AB Inbev ist durch viele Übernahmen zum Weltspieler geworden. Er treibt die Konsolidierung der Branche voran – und fusioniert derzeit mit dem größten Rivalen SAB Miller. In Deutschland ist er mit Marken wie Beck’s, Corona und Lübzer vertreten.

Platz 6 – Coca Cola
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Coca-Cola liegt deutlich hinter Pepsi. Denn anders als der Rivale hat der Konzern aus Atlanta kein großes Snackgeschäft. Dafür hat er zuletzt bei Verbrauchern Sympathien mit seiner Kampagne, Namen auf Dosen und Flaschen zu schreiben, gewonnen – und mit Innovationen wie Kokoswasser und Coke Life mit Stevia.

Platz 5 – JBS
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JBS ist eher unbekannt in Europa. Dabei gehört der brasilianische Fleischproduzent zu den ganz großen Konzernen der Konsumgüterbranche mit 47,9 Milliarden Dollar Umsatz.

Seit letztem Jahr haben die Düsseldorfer für rund 2 Milliarden Euro siebenmal zugekauft und dadurch das Umsatzvolumen um fast 800 Millionen Euro erhöht. Verstärkt hat sich Henkel vor allem bei Klebern und Waschmitteln, in der Kosmetik hat der Konzern nach Ansicht von Experten aber Nachholbedarf.

„Wella hätte strategisch gut gepasst“
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