Herrenausstatter
Traditionsmarke Pohland bangt um Existenz

Mit Männermode ist Pohland groß geworden. Jetzt muss der 1958 gegründete Herrenausstatter um seine Existenz fürchten. Die Bekleidungskette ist in akuter Finanznot. Eigentümer Aurelius hat das Unternehmen in seiner Bilanz bereits voll abgeschrieben. Damit könnte eine weitere deutsche Traditionsmarke vor dem Aus stehen.

HB FRANKFURT. Der Herrenausstatter Pohland muss in der Wirtschaftskrise um seine Existenz bangen. In den vergangenen Monaten seien die Umsätze des Modehändlers stark eingebrochen, was die Erfolge bei der Sanierung zunichtegemacht habe, teilte die Beteiligungsgesellschaft Aurelius mit. "Die Finanzierung des Unternehmens ist derzeit nicht gesichert", erklärte die auf Sanierungsfälle aus dem Mittelstand spezialisierte Aurelius. Die vom Handelskonzern Douglas übernommene Herrenmodekette sei deshalb in der Bilanz voll abgeschrieben worden.

Die 1958 gegründete Modekette mit Sitz in Köln betreibt nach eigenen Angaben bundesweit 13 Filialen mit gut 400 Mitarbeitern. Aurelius hatte den Umsatz im Geschäftsjahr 2005/06 auf rund 53 Mio. Euro beziffert. Neuere Zahlen liegen nicht vor. Im Dezember hatte Pohland noch erklärt, weitere Filialen eröffnen zu wollen.

Im Einzelhandel haben im vergangenen Jahr mehrere große Ketten Insolvenz angemeldet, darunter die ehemals zu Karstadt gehörenden Modehäuser SinnLeffers und Wehmeyer.

Aurelius war im vergangenen Jahr mit der Übernahme des Schnapsbrenners Berentzen bekanntgeworden. Auch die Autoradio-Marke Blaupunkt gehört dem Münchener Finanzinvestor. Eine weitere Aurelius-Beteiligung, die Berliner KTDaythea Kommunikationstechnik, meldete am Freitag Insolvenz an.

Eine Fusion von Aurelius mit der ein ähnliches Geschäftsmodell verfolgenden Arques Industries war kürzlich gescheitert.

Der Handelskonzern Douglas hatte sich im September 2007 von seiner defizitären Männermode-Tochter Pohland getrennt. Der Herrenausstatter, der seit 1995 zur Douglas-Gruppe gehörte, galt bereits zu diesem Zeitpunkt als das Sorgenkind des Konzerns. Um gegenzusteuern, verabschiedete Douglas ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm, das auch die Schließung einiger Filialen und eine Reduzierung der Personalkosten vorsah.

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