High-Tech-Systeme sollen volle Stadien garantieren und die Chancen für Schwarzhändler eindämmen
Die WM-Tickets sind knapp

„Dabei sein ist alles“ – das ist das Motto für deutsche Fußballfans, die die Weltmeisterschaft 2006 nicht auf dem heimischen Sofa mit Bierflasche und Chips-Tüte vor dem Fernseher, sondern hautnah im Stadion erleben wollen. Ganz einfach wird es nicht, die begehrten Plätze zu ergattern.

DÜSSELDORF. „Es lässt sich absehen, dass die Tickets vorne und hinten nicht reichen werden“, sagt der Vize-Chef des deutschen Organisationskomitees (OK) Wolfgang Niersbach. Das Organisationskomitee hat 3,4 Millionen Karten für die 64 Spiele der WM in Deutschland zur Verfügung – doch längst nicht alle gehen in den freien Verkauf. So werden bei jedem Spiel jeweils 20 Prozent der Karten für die Fans der beteiligten Mannschaften reserviert. Auch die Sponsoren haben umfangreiche Zugriffsrechte auf die Tickets. Und schließlich bekommen die Medienvertreter viel Platz in den Stadien eingeräumt – allein im Dortmunder Westfalenstadion fallen so noch einmal 7  000 Plätze weg.

Schon jetzt laufen täglich Kartenanfragen beim Deutschen Fußballbund ein: Sportvereine, Schulen und Unternehmen wollen so früh wie möglich die begehrten Karten. Doch so sehr die Anrufer auch bohren, Wartelisten oder Vormerkungen werde es nicht geben, betonen die Organisatoren.

Stichtag ist zunächst der 1. Februar 2005. Dann will das OK übers Internet die ersten 315 000 Karten unter das deutsche Fußballvolk bringen. Wer dabei sein will, muss im Netz einen Bestellschein ausfüllen. Das OK geht davon aus, dass das Kontingent „in wenigen Stunden“ ausgeschöpft sein wird. Jeder Käufer darf maximal zwei bis vier Karten erwerben, Besuche mit der ganzen Familie werden damit schon schwierig. Letztlich werde dann sogar gelost werden müssen, fürchten die Organisatoren. Enttäuschungen hat das OK schon eingeplant: „Es gibt eben kein System, das jedermann als gerecht empfindet“, sagt Niersbach entschuldigend.

Die Preise dürften echte Fans kaum abschrecken: Die billigsten Karten sollen für die Vorrunde für 35 Euro verkauft werden; wer das Endspiel in Berlin sehen will, muss schon 120 Euro auf den Tisch legen. Richtig teuer werden die so genannten Hospitality-Plätze, mit denen Firmenkunden ihre Gäste einladen. Zwar hat das OK noch keine offiziellen Preise genannt, aber hier werden schon bis zu 2 000 Euro pro Platz fällig, munkelt die Branche.

Damit das Geschäft mit den Tickets reibungslos läuft, sollen Profis die Abwicklung übernehmen. Noch sind die letzten Verträge nicht unterschrieben, aber es gilt als sicher, dass der größte deutsche Ticketvermarkter CTS-Eventim den Zuschlag bekommen wird.

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