Hintergründe unklar
Adecco schürt Angst vor neuem Bilanzskandal

Der weltgrößte Personalvermittler Adecco hat Unregelmäßigkeiten bei der Buchführung eingeräumt und die Veröffentlichung seines Jahresergebnisses auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Nachricht schürte an den Finanzmärkten Ängste vor einem neuen Bilanzskandal. Die Adecco-Aktie verlor in der Spitze 44 % an Wert und sackte auf gut 42 Schweizer Franken ab. Später erholte sie sich leicht und schloss mit 53 Franken. Das Unternehmen büßte damit gestern 5,38 Mrd. Schweizer Franken (3,44 Mrd. Euro) an Marktwert ein.

HB/oli/tmo DÜSSELDORF. Adecco teilte mit, im nordamerikanischen Zeitarbeitsgeschäft seien bei einer Routineprüfung erhebliche Schwächen in der internen Kontrolle aufgedeckt worden. Um offene Fragen zu klären und mögliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss festzustellen, sei ein unabhängiger Berater hinzugezogen worden. Wann mit dem Jahresabschluss 2003 gerechnet werden könne, sei noch nicht vorauszusehen. Ursprünglich war die Veröffentlichung für den 4. Februar vorgesehen.

Analysten äußerten die Befürchtung, das Eingeständnis könnte lediglich der Auftakt für eine Reihe weiterer Unregelmäßigkeiten bei Adecco sein. „Wann immer etwas wie dies passiert, gibt es im Markt jeweils die Ängste, dass es sich um die Spitze des Eisberges handelt“, sagte Nigel Cobby, Managing Director europäische Aktien bei JP Morgan. Eine ganze Reihe von Brokern und Banken stufte Adecco nach der Mitteilung über die Bilanzierungsfragen zurück.

Der Fall Adecco verunsichert die Börsen zu einem Zeitpunkt, da Ermittler noch mit der Aufarbeitung des erst Ende vergangenen Jahres aufgeflogenen Bilanzskandals beim italienischen Lebensmittelkonzern Parmalat befasst sind. In den vergangenen beiden Jahren hatten bereits mehrere milliardenschwere Bilanzskandale das Vertrauen der Anleger schwer erschüttert. Allein in den USA zwangen Falschbuchungen und Bilanzfälschungen mehrere Konzerne in die Knie. Prominenteste Fälle waren der Energiehändler Enron und der Telekommunikationsdienstleister Worldcom.

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