Hinterlandverkehr
Seehäfen rüsten sich für Wachstum

Die Bundesregierung will ein Sofortprogramm für den Seehafen-Hinterlandverkehr starten, um Engpässe auf den Schienenwegen zu den Häfen zu beseitigen. Die Strecken sollen modernisiert und die Kapazitäten für den anwachsenden Güterverkehr deutlich erhöht werden.

DÜSSELDORF. Endlich an Land. Wenn Frachtgut den Seeweg aus Fernost, Afrika oder Amerika zurückgelegt hat, scheint die größte Herausforderung gemeistert zu sein. Vom Hafenkai, an dem die Ware in Eurocontainern steht, muss sie nur per Lkw oder Bahn an ihren Bestimmungsort gebracht werden. Doch so einfach ist die Sache nicht - verstopfte Straßen sind die Regel und auch die Schienen sind voll. Das starke Wachstum des Welthandels und der Boom in den neuen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben den deutschen Seehäfen einen rasanten Aufschwung beschert. Nach zweistelligem Plus in den Vorjahren gehen alle Prognosen mittelfristig von einer weiter starken Erhöhung aus.

Jeder dritte Container, der heute in Hamburg, dem größten deutschen Seehafen, ankommt, wird mit dem Zug abtransportiert. Angesichts des starken Wachstums sind die Schienenstrecken allerdings nahe an ihrer Kapazitätsgrenze. Um Abhilfe zu schaffen und die norddeutschen Seehäfen im Wettbewerb zu stärken, hat Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee im März 2009 das erste "Nationale Hafenkonzept" zur Abstimmung mit den Ländern und Verbänden vorgelegt.

Die Regierung will damit ein Sofortprogramm für den Seehafen-Hinterlandverkehr starten. Engpässe auf den Schienenwegen zu den Häfen sollen beseitigt, Strecken modernisiert und die Kapazitäten für den anwachsenden Güterverkehr deutlich erhöht werden. Der Bund stellt dafür bis 2011 aus dem Konjunkturpaket I insgesamt 255 Mio. Euro zur Verfügung, die Deutsche Bahn steuert zusätzlich 50 Mio. Euro Eigenmittel bei.

Mit dem nationalen Hafenkonzept legt der Bund einen strategischen Leitfaden der Hafenpolitik für die nächsten zehn Jahre vor. Erstmals besteht somit ein einheitliches Konzept für alle See- und Binnenhäfen. Das Hafenkonzept ist Teil des "Masterplans Güterverkehr und Logistik", mit dem die Wettbewerbsfähigkeit der Häfen verbessert und die Sicherheit der Lieferketten optimiert werden soll. Ein Thema ist daneben auch die Nachhaltigkeit. So soll etwa Kohlendioxid-Ausstoß der Diesel-Fahrzeuge, die auf dem Hafengelände rangieren, reduziert werden. Im Gespräch ist auch, als Sicherheitsmaßnahme zur Terror- und Gefahrenabwehr die Eurocontainer häufiger durchleuchten zu lassen.

Parallel soll die Binnenschifffahrt stärker in den Abtransport der Waren einbezogen werden. Denn auch auf den Straßen nimmt die Gefahr von Engpässen und damit Verzögerungen zu. Eine Ursache ist, dass sich die Komplexität beim Umladen und Verteilen von Waren erhöht - auch, weil die Reeder vermehrt große Schiffe einsetzen. Damit kommen im Hafen regelmäßig auf einen Schwung große Warenmengen an.

Seite 1:

Seehäfen rüsten sich für Wachstum

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%