"Historischer Schritt"
Fotoriese Kodak setzt verstärkt auf digitale Technik

Der Fotoartikelhersteller reduziert die klassischen Unternehmensbereiche - und setzt sich ehrgeizige Umsatzziele.

DÜSSELDORF. Der New Yorker Fotoartikelhersteller Eastman Kodak wird sich zukünftig stärker auf digitale Produkte konzentrieren. Damit verabschiedet sich der US-Konzern von seinem ursprünglichen Geschäft mit analogen Film- und Fotoartikeln. Wie aus Unternehmenskreisen zu hören war, handle es sich um einen historischen Schritt. Er sei notwendig, da sich die traditionelle Fototechnik auf dem Rückzug befände. „Wir waren lange unsicher, in welche Richtung es gehen soll, doch nun ist unsere Zukunft digital,“ sagte Kodaks CEO Daniel Carp.

Sein Unternehmen werde nun auch verstärkt im nicht-fotografischen Bereich investieren und sich dort neue Sparten erschließen. Damit steigt Kodak in den Wettbewerb mit den großen Hardware-Herstellern wie Hewlett- Packard, Canon oder Seiko (Epson) ein. Zum Beispiel will Kodak zukünftig eine breite Palette von Tintenstrahldruckern produzieren. Außerdem will der Konzern das Geschäft mit Digitalkameras ausbauen.

Gleichzeitig erklärten Kodak-Vertreter, dass man keine weiteren Langzeit-Investitionen im klassischen Fotosegment tätigen werde. Auch würden die Ausgaben für die Entwicklung von neuem Filmmaterial reduziert.

Damit die Lizenzen für ältere Entwicklungen weiterhin gehalten werden können, soll ein so genanntes No-Name-Label gegründet werden. Zwar machten die Firmen-Vertreter noch keine näheren Angaben, die neue Tochter werde jedoch alle Produkte weiterhin vertreiben. Im Gegenzug plant Kodak, die Zahl seiner Film- und Fotoartikel zu reduzieren. Mit dieser Strategie werde man die Marktanteile im traditionellen Geschäft verteidigen, hieß es. Die analoge Fotografie beschert Kodak noch 70 % der Umsätze und den gesamten operativen Gewinn. Doch bereits im Jahre 2006 soll dieser Umsatzanteil auf 30 Prozent fallen und nur noch die Hälfe des Gewinns beitragen. Der Umsatz mit den bislang noch verlustträchtigen digitalen Produkten soll dagegen von 30 auf 60 Prozent erhöht werden.

Das Schicksal des Fotoriesen ähnelt dem vieler Unternehmen, deren klassisches Geschäft von neuen Technologien überholt wurde. Der Überlebenskampf in der IT-Branche zwingt immer mehr Hersteller, sich von ihren früheren Betätigungsfeldern zu lösen. Obwohl die Aussichten auf Erfolg nicht immer gut sind, investieren sie in neue Techniken und Strategien.

Ein Beispiel für den erfolgreichen Wandel ist der Chiphersteller Intel. Der Branchenriese schaffte den Sprung vom Speicherchip-Hersteller zum Lieferanten von Hochleistungs-Prozessoren. Kodaks Langzeit-Rivale Polaroid dagegen scheiterte im vergangenen Jahr auf der Suche nach einem Ersatz für seine Sofortbild-Technik.

Kodak-Chef Carp schmiedet jedenfalls ehrgeizige Pläne: Mit der neuen Ausrichtung soll der Jahresumsatz bis 2010 von heute 13 auf 20 Mrd. $ steigen. Nach Meinung von Analysten stehen die Chancen nicht schlecht. Doch auf den von Kodak anvisierten Märkten herrscht starker Wettbewerb. Besonders der Bereich für Massenmarkt-Drucker ist hart umkämpft. Sollten Kodaks Umsätze in den klassischen Sparten zu schnell sinken, könnte es schwer sein, das Ziel zu erreichen.

hvo

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