"Hochattraktiver Markt"
Deutsche Handelsketten drängen nach Griechenland

Nach Lidl zieht es jetzt auch die Discounter Aldi und Plus nach Hellas. Die traditionellen kleinen Familienbetriebe dort verschwinden langsam.

HB ATHEN. Jüngstes Beispiel ist die Metro-Tochter Media-Saturn. Die Technik-Handelskette eröffnete Ende November im Athener Stadtteil Maroussi ihren ersten Media Markt. Bereits am ersten Tag kamen rund 12 000 Kunden. „Die Besucherzahlen liegen bisher weit über unseren Erwartungen“, sagt Patric Vogel, Geschäftsführer der Media-Saturn A.E. „Griechenland ist für uns ein hochattraktiver Markt.“ Der Pro-Kopf-Umsatz bei elektrischen und elektronischen Produkten liege höher als in Ungarn, Polen, Portugal und sogar Italien. „Und bei den Ausgaben für Telekommunikation übertreffen die Griechen mit durchschnittlich 64 Euro pro Kopf sogar die Deutschen mit 52 Euro“, fügt Vogel hinzu. Bereits im kommenden Frühjahr will Media-Saturn in Athen und Thessaloniki zwei weitere Märkte eröffnen.

Nicht nur der Metro-Konzern, der in Griechenland bereits sieben Praktiker-Baumärkte und ebenso viele Makro Cash & Carry-Märkte betreibt, setzt auf Expansion. Auch die deutschen Lebensmittel-Discounter entdecken das Land. Lidl macht dort in mehr als 160 Filialen bereits gute Geschäfte und expandiert kräftig. Allein seit Ende Oktober hat Europas zweitgrößter Discounter in Griechenland sechs neue Läden eröffnet. Nun planen auch Aldi und der Handelsgruppe Tengelmann gehörende Discounter Plus den Start in Griechenland. Im kommenden Jahr sollen die ersten Filialen eröffnen, bestätigte kürzlich Plus-Europachef Michael Hürter. Auch der Rewe-Gruppe und der Parfümeriekette Douglas werden Ambitionen in Griechenland nachgesagt.

Was zieht die deutschen Ketten nach Hellas? „Hier sind die Strukturen noch stärker auf den kleinen Einzelhandel ausgerichtet als in den großen Ländern Europas“, sagt Götz Funck, Geschäftsführer der Deutsch-Griechischen Industrie- und Handelskammer in Athen. „Deshalb ist es für große Einzelhandelsketten interessant, sich hier mit einem umfassenden Angebot und preisgünstigen Produkten zu positionieren.“ Dass auf die traditionellen kleinen und mittleren Einzelhändler in Griechenland schwere Zeiten zukommen, glaubt auch Dimitris Armenakis, der Präsident des griechischen Handelsverbandes ESEE. „Die einzige Chance für sie ist, sich zu spezialisieren und bei Einkauf sowie Marketing zu kooperieren.“

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