Hochfrequenzhandel
Geteiltes Echo auf Regulierung von Börsen

Nach der Sommerpause will die Regierung ein Gesetz zur Regulierung des Hochfrequenzhandels ins Parlament bringen. Doch schon jetzt regt sich Kritik an dem Vorhaben, etwa bei der Baden-Württembergischen Wertpapierbörse.
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BerlinDer Geschäftsführer der Baden-Württembergischen Wertpapierbörse, Christoph Boschan, äußert sich  kritisch zu den geplanten gesetzgeberischen Eingriffen beim Hochfrequenzhandel.  „Ich mache keinen Hehl daraus, das ich die Handhabung des Hochfrequenzhandels lieber durch die Selbstverwaltung der Börsen geregelt bekommen möchte als durch den Gesetzgeber“, sagte Boschan im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Der ultraschnelle Handel mit Aktien und Währungen hat in den vergangenen Jahren kräftig an Bedeutung gewonnen. Die Strategien zielen darauf ab, durch extrem schnelles Kaufen und Verkaufen von Finanztiteln Gewinne zu erzielen. Die Bundesregierung befürchtet, dass sich dieser Handel immer weiter von der Realwirtschaft entfernt und will Vorkehrungen treffen.

Boschan sieht die Börsen, die als öffentlich-rechtliche Anstalten organisiert sind, generell  weniger betroffen als unregulierte Marktplätze. Nach seiner Einschätzung würden von den rund 150 Plattformen in Europa höchstens ein Drittel die Ansprüche eines regulierten Marktes erfüllen. „Es wäre erfreulich, wenn es hier zu mehr Regulierung käme“, so Boschan. Selbst hätten die Börsen beispielsweise Vorkehrungen getroffen, dass sich der Handel bei extremen Kursausschlägen automatisch verlangsame.

Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf „zur Vermeidung von Gefahren und Missbräuchen im Hochfrequenzhandel“ erarbeitet, der nach der Sommerpause in die parlamentarische Beratung eingebracht werden soll.

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  • Börsianer = vereinfacht Banker wehren sich natürlich. Ihnen gehen doch sonst jegliche Unterstützung durch Politiker besonders Frau Merkel, Hr. Schäuble verloren! Sie wollen für Verluste weiter belohnt werden.

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