Hochtief-Übernahme
Aufsichtsratschef weist ACS-Kritik zurück

Detlef Bremkamp hat die Hochtief-Vorschläge zur Besetzung des Aufsichtsrats gegen Kritik seitens des Großaktionärs ACS verteidigt. Auch Minderheitsaktionäre müssten angemessen repräsentiert werden, so der Vorsitzende.
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Düsseldorf

Hochtief-Aufsichtsratschef Detlef Bremkamp hat Kritik des Großaktionärs ACS an Vorschlägen zur künftigen Besetzung des Kontrollgremiums entschieden zurückgewiesen. Zwar stehe Großaktionären eine "ihrem Anteil angemessene entsprechende Repräsentanz" im Aufsichtsrat zu, doch müssten "Minderheitsaktionäre (..) ebenfalls durch eine angemessene Anzahl unabhängiger Aufsichtsratsmitglieder vertreten sein", erklärte Bremkamp am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Diese sollten dabei nicht nur von den Großaktionären vorgeschlagen werden, um die Unabhängigkeit des Gremiums zu sichern. "Der Hochtief-Aufsichtsrat ist davon überzeugt, dass die in der Hochtief-Aufsichtsratssitzung vom 22. März 2011 beschlossene Kandidatenliste diesen Anforderungen vollständig entspricht", unterstrich Bremkamp, der sich bislang im Streit mit ACS noch nicht öffentlich geäußert hatte.

Der Hochtief-Aufsichtsrat hatte ACS am Donnerstag demonstrativ die kalte Schulter gezeigt, als er eine Kandidatenliste für anstehende Neubesetzungen vorlegte, die die Wünsche der Spanier missachtet. Die acht Aufsichtsratsposten der Anteilseigner stehen bei der Hauptsversammlung am 12. Mai zur Neuwahl an. Der Konzern von Real-Madrid-Präsident Florentino Perez will die Zahl seiner Sitze im Aufsichtsrat der deutschen Beteiligung Hochtief von zwei auf vier verdoppeln. ACS sei zudem offen für einen Vertreter des zweiten Hochtief-Großaktionärs Katar und drei unabhängige Kandidaten.

Die vom Hochtief-Aufsichtsrat für die Hauptversammlung vorgelegte Kandidatenliste umfasst indes nur zwei ACS-Vertreter - und als einziges Novum einen Vertreter Katars. ACS hält nach eigenen Angaben bereits rund 41 Prozent an Hochtief und will den Anteil bis zur Hauptversammlung weiter aufstocken.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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