Höchste Zuwachsraten weltweit - Großveranstaltungen wie die Formel 1 sollen weitere Besucher anziehen
Der Tourismus in der Türkei boomt

Der Tourismus in der Türkei bleibt auch in diesem Jahr . Nach 17,5 Mill. Gästen im vorigen Jahr erwartet die Tourismusbehörde des Landes 20 Mill. Besucher - das wäre ein neuer Rekord. Setzt sich die bisherige Entwicklung fort, könnte die Marke sogar übertroffen werden: In den ersten vier Monaten stiegen die Besucherzahlen nach Angaben von von Tourismus-Minister Atilla Koc bereits um 25 Prozent.

HB ISTANBUL. Die Türkei erzielt damit die höchste Wachstumsrate im Tourismus weltweit, wie der Generalsekretär der Welt-Tourismus-Organisation (WTO), Francesco Frangialli, in Istanbul erläuterte. Frangialli prognostiziert, dass die Türkei innerhalb der nächsten zwei Jahre in die weltweiten Top Ten der Reiseländer aufsteigen könne.

Seit Jahren eilt die türkische Tourismusbranche von einem Erfolg zum nächsten. Weder Erdbebenkatastrophen noch Finanzkrisen, Terroranschläge oder der Irak-Krieg haben die Reiselust nennenswert gedämpft. In den vergangenen 25 Jahren stiegen die Touristenzahlen im Schnitt um jährlich 17,5 Prozent, wie Ali Alp, Vize-Staatssekretär im Tourismusministerium, erläutert. Unterstützt wurde der Boom seiner Ansicht nach auch durch die EU-Kandidatur seines Landes.

Der Tourismus trägt mittlerweile mehr als fünf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Türkei bei. Er wird auch zu einem immer wichtigeren Faktor in der Leistungsbilanz: Vergangenes Jahr erreichten die Deviseneinnahmen aus dem Fremdenverkehr 15,9 Mrd. Dollar. Das entsprach immerhin einem Viertel der Exporterlöse. Für 2005 rechnen Analysten mit Einnahmen von 18 Mrd. Dollar aus dem Tourismus. Im ersten Quartal lag der Devisenzufluss bereits um 16,4 Prozent über dem Vorjahreswert.

Noch dominiert der Pauschaltourismus in dem Land. Besonders im All-Inclusive-Sektor gilt die Türkei wegen eines günstigen Preis-Leistungsverhältnisses als stark. In Zukunft werden aber zunehmend neue Konzepte gefragt sein, glaubt Hüseyin Baraner, Touristik-Vorstand der MNG Holding, die mehr als 40 Unternehmen in Tourismus, Luftverkehr, in der Bau- und Immobilienbranche sowie in den Geschäftsbereichen Finanzdienstleistungen und Medien besitzt. Die Zukunft des Türkei-Tourismus sieht Baraner in individuelleren Angeboten mit den tragenden Säulen Freizeit, Wellness und Sport. "Der klassische Tourismus hat bereits drei Kundengenerationen hinter sich, man muss jetzt mit neuen Ideen kommen", sagt der MNG-Vorstand.

Dabei setzt die Branche zunehmend auf medienwirksame internationale Großveranstaltungen als Marketinginstrument. Als vorbildliches Beispiel gilt die Ausrichtung des Endspiels der Uefa-Champions League in Istanbul vergangenen Monat. Das Sportereignis bescherte Hoteliers, Andenkenverkäufern und Gastwirten am Bosporus einen zusätzlichen Umsatz von geschätzt 50 Mill. Euro.

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