Hoffnungsträger
Handel setzt auf „E-Commerce“

Im Kampf gegen die Umsatzflaute gilt „E-Commerce“ unter Versandhandelsexperten als Hoffnungsträger. Während immer weniger Kunden bereit sind, lange Abende kiloschwere Kataloge zu studieren, sollen nun Vertriebskanäle wie Internethandel und Teleshopping gezielt unterschiedliche Käufergruppen ansprechen. Bequeme „Convenience-Shopper“ vor der heimischen Mattscheibe sollen dabei ebenso für klingelnde Kassen sorgen wie ständig hinter Schnäppchen herjagende „Smart-Shopper“.

dpa ESSEN. „Online-Handel ist der Weg zu künftigem Wachstum und Gewinn“, ist sich auch Karstadt-Quelle-Chef Thomas Middelhoff sicher und präsentiert ein neues Konzept für den Versandhandel als dem Sorgenkind des Essener Handelsriesen. „Den Leuten zwei Mal im Jahr einen dicken Katalog ins Haus zu liefern und zu erwarten, dass sie fleißig bestellen, das funktioniert nicht mehr.“

Für den in der Sanierung steckenden Handelskonzern geht es beim Thema Versand um gut die Hälfte seines Gesamtumsatzes: Im vergangenen Jahr steuerte der Versandhandel knapp 7,5 Mrd. Euro zum Karstadt-Quelle-Konzernumsatz von knapp 13,5 Mrd. Euro bei. Im laufenden Jahr musste das Unternehmen in der Versandsparte jedoch weitere kräftige Rückgänge verbuchen, während der Online-Handel gleichzeitig zulegte.

Der klassische Katalog mit starren Preisen verliert bei der nun vorgelegten Strategie des Essener Handelsriesen an Bedeutung, fällt jedoch nicht ganz weg. Tagesaktuelle Preise erfährt der Kunde künftig etwa im Internet unter dem neuen Namen „neckermann.de“. Der Katalog diene dabei als Wegweiser durch das Internet und zu neuen Trends und Sortimenten, hieß es. TV-Entertainer Thomas Gottschalk soll dabei als Zugpferd einer neuen Online-Show des Versenders ins Rennen geschickt werden.

„Man hat viel zu lange die Fahne des klassischen Print-Katalogs hochgehalten“, kritisiert der Düsseldorfer Versandhandelsexperte Patrick Palombo. Zuwachsraten im Handel werde es künftig vor allem im „E-Commerce“ geben, meint der Experte. Vorteile seien neben der Ansprache neuer Kunden auch die deutlich niedrigeren Kosten, die bei weniger als der Hälfte des klassischen Versandhandels lägen.

Nicht nur beim Karstadt-Quelle-Konzern mit den beiden Dachmarken Quelle und Neckermann geht es dabei vor allem um die Zukunft des so genannten „Universalversands“ mit seinem ebenso großen wie wenig spezialisierten Angebot. Noch immer bestreiten die herkömmlichen Universalversender etwa die Hälfte des Gesamtumsatzes der deutschen Versandbranche von 20,3 Mrd. Euro im vergangenen Jahr.

Branchenweit mussten die Universalversender dabei jedoch ein Umsatzminus von acht Prozent verbuchen, berichtete die Sprecherin des Frankfurter Bundesverbands des Deutschen Versandhandels (bvh), Dorothee Hoffmann. „Der Trend zum E-Commerce setzt sich fort“, betont Hoffmann. Derzeit entfällt mit 4,9 Mrd. Euro knapp ein Viertel des deutschen Versandhandelsumsatzes auf diesen Bereich. Bei Spezialanbietern wie dem Hamburger Outdoor-Ausrüster „Globetrotter“ liegt der „E-Commerce“-Anteil sogar schon bei über 70 Prozent.

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