Hohe Treibstoffkosten wirken belastend
US-Fluggesellschaften kommen nicht aus dem Tief

Hohe Treibstoffkosten haben die US-Fluggesellschaften im zweiten Quartal 2005 belastet. So machte Northwest Airlines, eine der großen international operierenden US-Airlines, die um mehr als die Hälfte gestiegenen Preise für Flugbenzin für den deutlich gestiegenen Nettoverlust verantwortlich.

HB/je PORTLAND. Im Vergleich zum zweiten Quartal des Vorjahres wuchs das Minus von 182 auf 225 Mill. Dollar. Der Umsatz legte dagegen zweistellig zu. Auch der viel kleinere Billigflieger Airtran Airways führte den niedrigeren Reingewinn von 11,4 (Vorjahr: 16,8) Mill. Dollar auf die hohen Treibstoffkosten zurück.

Gleichzeitig zeigten bei vielen Gesellschaften aber höhere Ticket-Preise, bessere Kapazitätsauslastung und die zum Teil drastischen Kostensenkungen der Vergangenheit Wirkung. Während die Billigflieger überwiegend gute Ergebnisse vorlegten und ihre Marktposition weiter stärkten, flogen zum ersten Mal auch wieder große nationale Carrier aus der Verlustzone. American Airlines und Continental Airlines meldeten leichte Gewinne für das zweite Quartal, rechnen für das gesamte Jahr jedoch weiter mit Verlusten. Weitere Kostensenkungen seien nötig.

Delta Airlines erzielte mit 388 Mill. Dollar Verlust ein besseres Ergebnis als im Vorjahr. Seit 2001 häufte die Fluglinie fast zehn Mrd. Dollar an Verlusten an. Die Gefahr, dass Delta noch 2005 einen Antrag auf Gläubigerschutz nach Artikel 11 des US-Konkursrechts stellt, steht weiter im Raum.

Northwest-Chef Doug Steenland sagte bei der Vorlage der Ergebnisse, die Gesellschaft müsse so schnell wie möglich ihre Personalkosten um 1,1 Mrd. Dollar senken, um ein Vergleichsverfahren zu vermeiden. Die fünftgrößte US-Airline liegt im Streit mit ihren Mechanikern, die weitere Zugeständnisse ablehnen und für einen Streik gestimmt haben. Die staatliche Schlichtungsstelle ordnete jetzt eine 30-tägige Abkühlungsperiode an, um Zeit für eine Verhandlungslösung zu geben. Northwest bleibt damit ein Ausstand während der Hauptreisezeit erspart. Die Airline läuft aber Gefahr, ihre lukrative Kooperation mit der niederländischen KLM zu verlieren, wenn die US-Kartellbehörden ihren Antrag auf Abstimmung von Flugplänen und Tarifen mit Air France, KLMs neuem Eigentümer, ablehnen.

Bei den Pensionskosten könnte der Finanzausschuss im US-Senat den Airlines helfen: Er berät über ein Rettungspaket für Fluggesellschaften mit unterfinanzierten Pensionskassen, das besonders Delta und Northwest zugute käme. Der Zeitraum für die Einzahlung der fälligen Beiträge soll von drei auf zehn oder fünfzehn Jahre gestreckt werden.

Southwest Airlines, der führende US-Billigflieger, erzielte durch niedrige Betriebskosten und Absicherungsverträge für ihren Treibstoffbedarf mit 159 Mill. Dollar einen um 41 Prozent höheren Nettogewinn als im Vorjahr. Mehr Kapazität und bessere Auslastung ließen den Umsatz um 13 Prozent auf 1,94 Mrd. Dollar steigen. Die kleineren Discount-Flieger Jet Blue, Alaska Airlines, Sky West und Express Jet blieben in den schwarzen Zahlen, aber mit sinkender Tendenz. „Es dreht sich alles um Treibstoff“, sagt Jet-Blue-Chef David Neeleman. „Bei Preisen wie im vergangenen Jahr hätten wir im zweiten Quartal fast die höchsten Margen unserer Geschichte erreicht.“

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