Hoher Jahresverlust
Konzernumbau kommt Celesio teuer zu stehen

Der Stuttgarter Pharmahändler Celesio ist tief in die roten Zahlen gerutscht. Die Folge des Konzernumbaus, den der neue Chef vorantreibt. Aktionäre sollen trotzdem nicht leer ausgehen.
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FrankfurtDer Pharmahändler Celesio ist im vergangenen Jahr wegen des Konzernumbaus tief in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich fiel 2012 ein Verlust von 149 Millionen Euro an nach einem schmalen Gewinn von 5,8 Millionen Euro im Vorjahr, wie das Stuttgarter Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Analysten hatten mit einem einem Minus von 153 Millionen Euro gerechnet. Der Verkauf von Firmentöchtern, die Konzernchef Markus Pinger zu geringeren Preisen abgab als sein Vorgänger sie einst erwarb, führte zu hohen Wertberichtigungen. Die Celesio-Aktionäre sollen dennoch nicht leer ausgehen. Ihnen stellte die Konzernführung eine um fünf Cent auf 30 Cent angehobene Dividende in Aussicht.

Operativ lief es für den Konzern im vergangenen Jahr wieder besser. „Wir haben unsere Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessert und gleichzeitig wichtige Weichen für profitables Wachstum gestellt“, sagte Pinger. Der Manager hat nach seinem Amtsantritt im August 2011 eine Kehrtwende im Konzern eingeleitet. Celesio will sich künftig wieder ganz auf die angestammten Geschäfte Pharmahandel und Apotheken ausrichten. Der operative Gewinn (Ebitda) nahm 2012 um 9,5 Prozent auf 542,5 Millionen Euro zu. Sein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte Celesio sogar um 20,2 Prozent auf 370,1 Millionen Euro.

Celesio leidet auch unter einen scharfen Wettbewerb im deutschen Apothekenmarkt. Seit Jahresbeginn gebe es eine Rabattschlacht unter den Rivalen im Apothekengeschäft, die er so noch nicht gesehen habe, sagte Konzernchef Markus Pinger. Anfangs sei auch Celesio dabei gewesen. "Wir werden uns nicht weiter daran beteiligen", fügte er aber hinzu.

2013 soll für den Pharmahändler nun das Jahr der Neuausrichtung werden. „Damit wird Celesio einen wesentlichen Schritt machen, um ab 2014 wieder profitabel wachsen zu können“, erklärte das Management. Celesio stellte für das laufende Jahr ein um Sondereffekte bereinigtes Ebit von 445 bis 475 Millionen Euro in Aussicht sowie ein bereinigtes Ebitda von 580 bis 610 Millionen Euro. Für das neue Apotheken-Netz, das unter dem Namen „Lloyds“ laufen solle, werde 2013 die Pilotphase starten. Dabei solle das Geschäft noch enger mit den Großhandelsaktivitäten des Konzerns verzahnt werden. Im Jahr 2014 soll dann der breite Marktstart erfolgen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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