Hollandgeschäft des Backriesen geht an Konzernmutter Barilla – Erlös finanziert fällige Anleihe über 245 Millionen Euro
Kamps-Konzern droht die Zerschlagung

Die Düsseldorfer Kamps AG will ihr niederländisches Backwarengeschäft der Konzernmutter, dem italienischen Pastaproduzenten Barilla, verkaufen. Mit dem Verkaufserlös will Europas größter Brothersteller eine im September fällige Unternehmensanleihe in Höhe von rund 245 Mill. Euro tilgen.

HB DÜSSELDORF. Dies bestätigte Kamps-Chef Nicos Sophocleous am Rande der gestrigen Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in Düsseldorf.

Branchenexperten sehen in dem Geschäft einen möglichen Schritt zur Zerschlagung der Kamps AG. Zumal das Kamps-Management bestätigte, dass die Barilla-Gruppe den Kauf der „Kamps Netherland“ erneut mit Unterstützung ihrer Mailänder Hausbank, der Banca Popolare di Lido (BPL), bewältigen will. Efibanca, eine Investmenttochter der BPL, war bereits an dem Verkauf der Kamps-Beteiligung an dem französischen Backwarenproduzenten „Harry’s“ an Barilla beteiligt und hatte 2003 selbst einen Teil von „Harry’s“ übernommen. Das italienische Bankhaus wollte dazu gestern auf Anfrage allerdings keinerlei Auskunft geben.

„Ich glaube nicht, dass Ende 2007 die meisten Teile von Kamps noch zum Barilla-Konzern gehören werden“, beurteilt Branchenexperte Günther Wohlers, Herausgeber des Informationsdienstes „Backbusiness“, die Pläne des norditalienischen Nahrungsmittelherstellers. Barilla habe Kamps vor drei Jahren viel zu teuer gekauft und dann viel zu spät gemerkt, welches Gebilde Unternehmensgründer Heiner Kamps in seinem Kaufrausch zusammengeklaubt habe, sagte Wohlers dem Handelsblatt. Nach dem profitablen Hersteller „Harry’s“ werde nun auch die nicht weniger erfolgreiche „Kamps Netherland“ aus dem Reich des Düsseldorfer Backwarenkonzerns herausgelöst und offenbar für einen möglichen Verkauf „zwischengeparkt“.

Für Kamps-Chef Sophocleous ist die Übertragung des niederländischen Brotgeschäftes an Barilla jedoch nur ein „technischer“ Vorgang ohne jegliche Hintergedanken. Das operative Geschäft des niederländischen Tochterunternehmens solle auch nach dem Verkauf an Barilla von Kamps weitergeführt werden, sagte Sophocleous.

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