Homann schließt Werke

Theo Müller baut bei der Feinkost um

Im umkämpften Markt für Feinkost stellt die Müller-Gruppe ihre Tochter Homann neu auf: 500 Millionen Euro steckt der Konzern in ein neues, zentrales Werk – dafür werden vier andere Standorte geschlossen.
Update: 21.04.2017 - 15:57 Uhr Kommentieren
Salate, Saucen und Dressings der Marke sollen künftig an einem zentralen Standort produziert werden. Quelle: Screenshot Youtube
Homann-Werbung mit Barbara Schöneberger

Salate, Saucen und Dressings der Marke sollen künftig an einem zentralen Standort produziert werden.

(Foto: Screenshot Youtube)

DissenDer Nahrungsmittelkonzern Theo Müller will die Produktion seiner Feinkost-Tochter Homann an einem zentralen Standort bündeln. Vier Werke in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen sollten 2020 geschlossen werden und ein zentraler Standort voraussichtlich in Sachsen entstehen, teilte Müller am Freitag mit. Hintergrund des Umbaus sei der scharfe Wettbewerb in der Branche. Langfristig sei es nicht möglich, die vier Werke profitabel zu betreiben. Mehr als 1000 Jobs sind von dem geplanten Umzug betroffen.

Das Stammwerk in Dissen sowie die Standorte Lintorf (beide bei Osnabrück), Bottrop (Nordrhein-Westfalen) und Floh-Seligenthal (Thüringen) sollen geschlossen werden. Favorisiert für einen neuen, zentralen Standort werde das sächsische Leppersdorf, wo Müller eine große Molkerei betreibt. Alle Beschäftigten an den betroffenen Standorten sollten ein Angebot zum Wechsel in das neue Werk erhalten.

An den vier Standorten ändere sich bis 2020 aber nichts. Es werde weiter voll gearbeitet und uneingeschränkt produziert. In den Umbau sollten bis zu 500 Millionen Euro investiert werden, hieß es.

Homann ist vor allem für seine Feinkostsalate bekannt. Der Umsatz liegt bei rund 630 Millionen Euro. 2012 wurde das Unternehmen von der für ihre „Müller-Milch“ bekannten Unternehmensgruppe Theo Müller übernommen, die ihren Sitz in Luxemburg hat. Insgesamt beschäftigt Homann rund 3000 Mitarbeiter.

Erst im November hatte Müller den früheren Bahlsen-Manager Sönke Renk als neuen Homann-Chef präsentiert. Intern hatte die Müller-Gruppe ihren Mitarbeitern dabei mitgeteilt, Renke solle „unter anderem die strategische Neuaufstellung und operative Weiterentwicklung“ von Homann vorantreiben.

Von einer „Hiobsbotschaft“ für die Beschäftigten sprach Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). „Es gab auf der kommunalen Ebene große Anstrengungen, die Homann-Standorte zu halten. Von der aktuellen Entscheidung sind wir nicht informiert worden.“ Er wolle den Müller-Vorstand auffordern, die Entscheidung zu überdenken, sagte Lies.

Das sind die reichsten Deutschen
Platz 414: Theo Müller
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Seine Produkte finden sich in jedem Kühlregal: Theo Müller machte aus einer Dorfmolkerei einen Weltkonzern. „Forbes“ schätzt sein Vermögen auf 4,2 Milliarden Dollar. Damit schafft er es auf Platz 414 der reichsten Menschen der Welt.

Platz 402: Martin Viessmann
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Johann Viessmann gründete 1917 in Nordhessen den gleichnamigen Heizungsspezialisten. Sein Enkel Martin besitzt laut „Forbes“ ein Vermögen von 4,3 Milliarden Dollar.

Platz 402: Liz Mohn
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Die Familie Mohn baute Bertelsmann zu einem weltweiten Medienkonzern aus. Dazu gehören unter anderem RTL, Random House und Gruner+Jahr. Liz Mohn, Witwe von Reinhard Mohn, besitzt derzeit geschätzt 4,3 Milliarden Dollar.

Platz 385: Axel Oberwelland
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Von Knoppers bis Werther's Original: Viele der beliebtesten deutschen Süßwaren kommen von der August Storck KG. Mit Axel Oberwelland leitet heute ein Urenkel des Gründers das Unternehmen. Sein Vermögen beträgt 4,4 Milliarden Dollar.

Platz 385: Michael und Wolfgang Herz
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Die Familie Herz kontrolliert über ihre Holding Maxingvest zwei deutsche Großunternehmen: den Kaffeehändler Tchibo und den Nivea-Hersteller Beiersdorf. Die beiden Brüder Michael (im Bild) und Wolfgang werden von „Forbes“ auf jeweils 4,4 Milliarden Dollar taxiert.

Platz 367: Andreas von Bechtolsheim
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Der deutsche Informatiker war 1982 einer der Gründer von Sun Microsystems. Sein Vermögen von derzeit 4,5 Milliarden Dollar machte er aber mit einer frühen Investition in Google. Von Bechtolsheim lebt heute im Silicon Valley.

Platz 367: Karl-Heinz Kipp
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Der Deutsch-Schweizer gründete die Massa-Verbrauchermärkte, heute ein Teil des Metro-Konzerns. Dazu gehören ihm mehrere Hotels wie das Tschuggen Grand Hotel in Arosa (Bild), in dem er auch lebt. „Forbes“ schätzt sein Vermögen ebenfalls auf 4,5 Milliarden Dollar.

Der Regionalgeschäftsführer Osnabrück der Gewerkschaft NGG, Uwe Hildebrand, sah die Lohnkosten als ausschlaggebend für Müllers Entscheidung. Im Osnabrücker Land dürften die Löhne für Facharbeiter um 400 bis 600 Euro über den Löhnen in Leppersdorf liegen, sagte er.

Schon Mitte 2016 war bekanntgeworden, dass Homann eine von drei Produktionsstätten im Osnabrücker Land schließt – betroffen waren 70 Mitarbeiter. Die Schließung sei wegen eines unerwarteten Anstiegs der Rohstoffpreise sowie schwächerer Nachfrage notwendig geworden, begründete ein Müller-Sprecher die Entscheidung damals.

Endgültig ist der Beschluss zum Umzug nach Leppersdorf noch nicht. Bei der Suche nach einem geeigneten Standort seien mehr als 40 Alternativen in Europa geprüft worden. Homann favorisiere trotz einiger Kostennachteile aber den Standort Deutschland.

  • dpa
  • cuk
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