Home Depot
56 Millionen Kunden von Kreditkartenmissbrauch betroffen

Die US-Baumarktkette Home Depot gibt erstmals das Ausmaß des riesigen Hackerangriffs bekannt: Zwischen April und September sollen 56 Millionen Kunden betroffen gewesen sein. Der Schaden geht in die Millionen.
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AtlantaDie US-Baumarktkette Home Depot ist Ziel einer beispiellosen Hacker-Attacke geworden. Zwischen April und September könnten die Daten von rund 56 Millionen Kreditkarten von Kunden erbeutet worden sein, wie der Handelskonzern am späten Donnerstag mitteilte. Betroffen seien Daten von Kunden aus den USA und aus Kanada, die Schadsoftware sei inzwischen komplett entfernt worden.

US-Handelsketten wurden zuletzt häufiger von Hackern heimgesucht. So wurden erst vor wenigen Monaten bei der Supermarkt-Kette Target Daten von rund 40 Millionen Bankkarten erbeutet. Target erlitt danach deutliche Umsatzeinbußen, weil viele verunsicherte Kunden dem Unternehmen den Rücken kehrten. Ein halbes Jahr später musste der Firmenchef seinen Posten räumen. Cyberattacken gab es unter anderem auch bei der Warenhauskette Neiman Marcus und den China-Restaurants P.F. Chang.

In den USA wird oft nur der Magnetstreifen der Karten an der Kasse genutzt. Das Verfahren ist deutlich unsicherer als das in Europa verbreitete Bezahlen mit Chip in der Karte und PIN-Eingabe. Das Chip-und-PIN-Verfahren soll in den USA erst im Herbst 2015 Pflicht werden. Home Depot will es nun schon bis Jahresende in seinen Läden einführen. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Hacker auch an PIN-Nummern herankommen seien, betonte der weltgrößte Baumarkt-Konzern.

Die Kosten für die Behebung der Probleme nach dem Angriff bezifferte Home Depot auf 62 Millionen Dollar im laufenden Geschäftsjahr. Davon solle eine Versicherung 27 Millionen Dollar tragen. Allerdings könne die Summe noch deutlich ansteigen, etwa im Zuge von Rechtsstreitigkeiten. Firmenchef Frank Blake entschuldigte sich bei den Kunden. Home Depot hatte zwar schon im Januar angefangen, neue Verschlüsselungstechnologie in seinen Kassen einzuführen, die Umstellung wurde aber erst Mitte September abgeschlossen.

Den ersten Hinweis auf die Hacker-Attacke erhielt Home Depot nach eigenen Angaben am 2. September von Banken und Ermittlungsbehörden. Die Angreifer hätten dafür eine eigens entwickelte Software eingesetzt, die nicht aus früheren Fällen bekannt gewesen sei und dadurch leichter zu entdecken gewesen wäre. Große Banken wie J.P. Morgan hatten bereits angefangen, Kunden neue Karten auszugeben.

Als größter Cyber-Angriff gilt ein Daten-Diebstahl beim Software-Hersteller Adobe Systems im Oktober 2013. Dort hatten Hacker Zugriff auf rund 152 Millionen Nutzerdaten. Erst vor wenigen Monaten wurden beim Online-Händler Ebay 145 Millionen Datensätze ausgespäht.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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