Horst Piepenburg
Eklat bei Arcandor: Piepenburg wirft hin

Der Sanierungsexperte Horst Piepenburg hat im Streit sein Mandat als Generalbevollmächtigter des insolventen Handelsunternehmens niedergelegt. Seinen Rücktritt verband Piepenburg mit einem direkten Angriff auf den Arcandor-Großaktionär, die Gesellschafter von Sal. Oppenheim.

HB DÜSSELDORF. Der Düsseldorfer Rechtsanwalt begründete seinen Rückzug als Generalbevollmächtigter am Donnerstagabend mit der Enttäuschung über die mangelnde finanzielle Unterstützung der Eigentümer des Privatbankhauses Sal. Oppenheim. Ihnen gehören knapp 25 Prozent an dem insolventen Unternehmen. Ohne sie sei die geplante Insolvenz in Eigenverwaltung nicht möglich, für die Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick Piepenburg noch vor dem Beginn des Verfahrens ins Haus geholt hatte.

„Für den weiteren Verlauf des Insolvenzverfahrens ändert sich nichts“, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter von Arcandor, Klaus Hubert Görg. Dennoch reagiert die Börse mit deutlich Abschlägen: Die Arcandor-Aktie verlor zwischenzeitlich über sechs Prozent an Wert.

"Die Unterstützung des Großaktionärs Sal. Oppenheim gibt es heute positiv nicht. Deshalb hat die Eigenverwaltung keine Grundlage", erklärte Piepenburg. Ein Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung gibt einem zahlungsunfähigen Unternehmen größere Freiheiten zur Sanierung. Der Insolvenzverwalter beaufsichtigt dabei nur die operative Führung, statt das Unternehmen selbst zu leiten. Dafür sind allerdings mehr finanzielle Mittel nötig.

Piepenburg hatte Unternehmenskreisen zufolge gehofft, dass die Oppenheim Holding das Geld zur Verfügung stellen werde, habe in der vergangenen Woche aber eine Abfuhr erhalten. Oppenheim hatte im Juni betont, vor der Entscheidung über eine weitere finanzielle Unterstützung von Arcandor müsse erst ein Konzept für die Sanierung vorlegen. Dieses soll aber erst Mitte August stehen. Oppenheim war erst im vergangenen Herbst bei Arcandor eingestiegen, um die Kredite von deren Großaktionärin Madeleine Schickedanz zu retten.

Piepenburg sagte dem Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg seine Unterstützung zu. Er wolle als Berater weitermachen. "Der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze und des Kernbereichs der Arcandor-Gesellschaften ist alle Mühe wert, sich weiter zu engagieren", hieß es in seiner Erklärung. In Kreisen des Insolvenzverwalters hieß es, Piepenburg werde auf jeden Fall bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens an Bord bleiben, die für Anfang September geplant ist. Görg erklärte, am Ablauf des Verfahrens ändere sich nichts. "Wir erhalten uns sämtliche Optionen, die Unternehmen der Arcandor-Gruppe zu sanieren - auch die Möglichkeit von Insolvenzplanverfahren werden wir im Auge behalten." Vorstandschef Eick sagte zu, sich bis Mitte August an der Erarbeitung des Sanierungskonzepts und an der Investorensuche zu beteiligen.

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