Hotelbranche
Hotellerie: Gäste verzweifelt gesucht

Die Hotelbranche steckt in gewaltigen Schwierigkeiten. Gäste bleiben aus, Zimmer stehen leer. Jetzt entwickelt die Branche neue Konzepte – und lockt mit attraktiven Angeboten. Wie Hotelketten auf der ganzen Welt um jeden einzelnen Kunden kämpfen.

DÜSSELDORF. Not macht erfinderisch. Wer im Sommer sieben Nächte im Flair Hotel Sonnenhof in Baiersbronn bucht, bekommt für die Anreise zehn Euro pro hundert Kilometer erstattet. Wer gar zwei Wochen bleiben will, erhält den Sprit-Zuschuss auch für die Rückfahrt.

„Planen Sie ohne die lästigen Kosten für das Auto oder die Bahn“, wirbt auch das Romantik-Hotel Rheinfels am Mittelrhein um in Krisenzeiten rar gewordene Gäste – und bezahlt Fahrkarten oder Kilometergeld wie bei der Spesenrechnung. In den Steigenberger-Hotels ist vor allem der Geschäftsgast umworben. Mit einer „Flatrate“ für den Geschäftsreisenden gibt’s für den Zimmerpreis zusätzlich auch Frühstück, Internetzugang und alkoholfreie Minibar-Getränke kostenlos.

Drei Beispiele aus einer Branche, die die Wirtschaftskrise voll erwischt hat. „Viele Betten und Tische in unseren Betrieben bleiben leer“, konstatierte kürzlich Ernst Fischer, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). Von Oktober bis März seien die Umsätze in mehr als der Hälfte der Hotels um 20 Prozent abgestürzt. Und zwei Drittel der Hoteliers beklagen, dass die Gewinne um fast 50 Prozent gesunken seien.

Mit allen Mitteln gehen die Herbergen auf Aufholjagd. Das Angebot von Zusatznutzen – vom kostenlosen Frühstück bis zum Fahrtkostenzuschuss – ist dabei ein häufig beschrittener Weg. Denn am Preis lässt sich nicht mehr allzu viel drehen. Hotelmanager der großen Ketten warnen immer wieder vor Preisdumping. „Kurzfristiger Preisaktionismus kann nicht die Lösung für eine gesunde Entwicklung der Branche sein“, sagt beispielsweise Thomas Edelkamp, Vorstand der Hoteliers-Vereinigung Hospitality Sales und Marketing Association. Seine Empfehlung: den Vertrieb stärken, alle Verkaufswege offensiv nutzen.

Davon profitieren heute bereits Internetportale wie die Kölner Betten-Vermittlung HRS. Geschäftsführer Tobias Ragge sieht sich schon als Gewinner in der Krise: Die Unternehmen suchten „zunehmend Transparenz und Standardisierung, um Kosten zu sparen“. Hier biete das Internet die entsprechenden Vorteile. 38 Prozent aller Hotelbuchungen würden mittlerweile über das Web abgewickelt.

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