Hotelkonzern will heute neuen Vorstandschef benennen
Führungsstreit bei Accor eskaliert

Das Theater um die Neubesetzung der Vorstandsspitze bei Accor strebt heute seinem Höhepunkt entgegen. Heute Abend tagt der Aufsichtsrat des französischen Hotelkonzerns, um einen Nachfolger für Jean-Marc Espalioux zu benennen, dessen Vertrag am 15. Januar ausläuft.

PARIS. Wie aus Aktionärskreisen verlautet, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Gilles Pélisson neuer Vorstandsvorsitzender. Er ist derzeit Chef von Bouygues Télécom und der Neffe von Accor-Gründer Gerard Pélisson.

Doch kurz vor der entscheidenden Sitzung des Aufsichtsrates haben drei Accor-Aktionäre – BNP Paribas, Société Générale und das staatliche Finanzinstitut CDC – sich öffentlich vom Nominierungsprozess für den neuen Accor-Chef distanziert. Die Finanzinstitute halten rund zehn Prozent des Accor-Kapitals, sind im Aufsichtsrat vertreten und agieren darüber hinaus als Hausbanken. „Die Bedingungen für den reibungslosen Ablauf des Nominierungsprozesses waren nicht gegeben“, teilten die Finanzinstitute am Donnerstag Abend mit. Auch der mit der Nachfolgersuche beauftragte Headhunter, Russell Reynold, schloss sich dem Protest an.

Jérôme Seydoux, Vorsitzender des Nominierungsausschusses von Accor, widersprach der Kritik, räumte indes Meinungsverschiedenheiten im Aufsichtsrat ein. Auf Nachfrage wollte sich keiner der Beteiligten äußern.

Der öffentliche Protest der Aktionäre von Accor ist bislang der Höhepunkt in dem monatelangen Führungsstreit, wie es ihn in Frankreich noch nicht gegeben hat. Sollte Pélisson ernannt werden, halten ihn Analysten bereits für beschädigt.

Die Diskussionen um die Besetzung der Accor-Spitze begannen im Juli, als erste Presseberichte über die baldige Ablösung des Vorstandsvorsitzenden Jean-Marc Espalioux auftauchten. Die Konzerngründer und Aufsichtsratspräsidenten Paul Dubrule und Gérard Pélisson hätten auf seine Ablösung gedrängt, da ihnen Espalioux zu blass erschien und die Vorzüge der Accor-Aktie nicht aggressiv genug verkaufe. Anfang September kündigte Espalioux an, dass er kein neues Mandat anstrebt.

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