Hotellkette
Dorint erleidet herben Rückschlag

Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Hotellerie bedrohen massiv die Restrukturierung der schon vor Jahren ins Trudeln geratenen Hotelkette Dorint. Auf einen Teil der Fonds, die die einzelnen Hotelimmobilien finanziert haben, kommen "neue Belastungen" zu.

KÖLN. Die Belastungen bestätigte Dirk Iserlohe, Geschäftsführer der als Dorint-Gesellschafter fungierenden Kölner E & P Holding, dem Handelsblatt. Dorint-Geschäftsführerin Elke Schade gab zu, dass die Sanierungsziele nicht erreicht wurden. Derzeit sei es völlig offen, wann die Gesellschaft in die schwarzen Zahlen zurückkehren werde.

Für 2009 rechnet Gesellschafter Iserlohe infolge der Finanzkrise mit rund 20 Mio. Euro Verlust. In den letzten beiden Jahren habe Dorint die operativen Verluste noch von 21 Mio. auf 4 Mio. Euro senken können. Die unternehmerische Entwicklung sei bis dato durchaus positiv verlaufen.

"Die Wiederbelebung der Marke Dorint hat funktioniert", sagte Schade dem Handelsblatt. Es sei gelungen, auf der Kostenseite wie bei den Erlösen besser als die Branche abzuschneiden. Mit 36 Häusern habe der Umsatz 2008 bei 303 Mio. Euro um 4 Mio. Euro über Vorjahr gelegen.

Doch mittlerweile laufen die Geschäfte vielerorts schlecht. Als Beispiel nannte Schade das Dorint auf Mallorca. Die private Nachfrage sei gut, das Firmengeschäft bleibe aber völlig aus: "Kein Golf, keine Incentives. Es traut sich keiner etwas. Das Kritische ist, dass das Geschäft mit der Geschäftsreise überhaupt nicht stattfindet." Und wenn, dann versuchten Firmenkunden die Preise ins Bodenlose zu drücken, "obwohl die Unternehmen anders als die Hotels zum Teil auf erheblichen Millionengewinnen sitzen".

Dorint war Anfang des Jahrzehnts - damals als Hotelkonzern mit über 90 Standorten im Drei- und Vier-Sterne-Bereich und mit Business-Hotels und Ferien-Resorts vorwiegend in Deutschland - in tiefrote Zahlen gerutscht. Die Kette, die maßgeblich von dem Kölner Unternehmer Herbert Ebertz entwickelt und mit den von ihm aufgelegten Fondsgesellschaften groß geworden war, produzierte trotz steigender Umsätze immer höhere Verluste.

Als Retter in der Not tauchte der französische Hotelkonzern Accor auf, hierzulande bekannt mit seinen Marken wie Ibis, Novotel, Mercure und Sofitel. 2002 waren die Franzosen, die viertgrößter Hotelanbieter der Welt sind, mit 35 Prozent bei der damaligen Dorint AG eingestiegen. Die Hoffnungen, über die Reservierungsmöglichkeiten des Konzerns die Häuser in eine sichere wirtschaftliche Zukunft zu führen, gingen aber nicht auf.

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