Hudson’s Bay Company
HBC-Verwaltungsratschef macht Kaufhof-Beschäftigten Mut

Nach dem Abgang des Vorstandschefs bei der Kaufhof-Mutter ist die Verunsicherung unter der Belegschaft groß. In einem Brief versucht Chairman Richard Baker, Zuversicht zu Vermitteln. Doch die Aussichten sind schwierig.
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DüsseldorfNach dem überraschenden Rücktritt des Vorstandschefs von Hudson’s Bay Company (HBC) hat Chairman Richard Baker versucht, die Mitarbeiter der Tochter Galeria Kaufhof zu beruhigen. In einem Brief an die Mitarbeiter, der dem Handelsblatt vorliegt, schreibt er: „Selbstverständlich stehen wir auch weiterhin zu unserem Engagement und unserer Wachstumsstrategie in Europa.“ Der Wechsel an der Spitze habe darauf keinen Einfluss. Bis ein neuer Vorstandschef gefunden ist, übernimmt Baker, der zugleich Großaktionär von HBC ist, auch kommissarisch den Posten des Vorstandschefs.

Bevor am Freitagabend die Meldung an die Öffentlichkeit gegangen war, dass Jerry Storch nach drei Jahren vom Amt des Vorstandschefs zurücktritt und zu seiner Beratungsfirma Storch Advisors zurückkehrt, hatte Baker auch persönlich den Aufsichtsratschef von Kaufhof, Wolfgang Link, informiert. Link ist als Europachef von HBC der oberste Verantwortliche für das Geschäft in Deutschland. Nach dem Gespräch mit Baker schrieb Link an die Mitarbeiter: „HBC ist und bleibt ein starker Partner an unserer Seite und steht weiterhin fest zu seinem Engagement in Deutschland, Belgien und den Niederlanden.“

Storch musste die Konsequenzen ziehen aus den anhaltend schlechten Geschäftszahlen in Nordamerika in den vergangenen drei Jahren. Aktionäre hatten bereits wiederholt einen Wechsel an der Spitze gefordert. Auch die gerade erst vorgelegten Zahlen für das zweite Quartal waren wieder schlechter als erwartet ausgefallen. Die deutsche Tochter Kaufhof kämpft ebenfalls mit Umsatzrückgang und roten Zahlen. Storch wird angelastet, die Situation falsch eingeschätzt und zu spät auf die Probleme reagiert zu haben.

Baker bemühte sich in dem Schreiben an die Mitarbeiter trotzdem, Zuversicht zu verbreiten. „Wir haben einen Plan, der uns nach vorne bringen wird. Ich glaube auch weiterhin fest an die Zukunft der Warenhäuser“, schreibt er. „Ich freue mich, weiterhin eng mit Ihnen zusammenzuarbeiten“, versichert er den Kaufhof-Mitarbeitern abschließend.

Die Verunsicherung unter den 21.000 Kaufhof-Mitarbeitern ist groß. Zuletzt hatten sie das Unternehmen mit der Ankündigung überrascht, mit der Gewerkschaft Verdi über einen neuen Tarifvertrag zu verhandeln, bei dem die Mitarbeiter deutliche finanzielle Einbußen hinnehmen müssten. Belastend hat sich auch ausgewirkt, dass die Kreditversicherer den Kaufhof-Lieferanten wegen der anhaltenden Probleme bei HBC die Garantiezusagen gekürzt haben.

Das bevorstehende wichtige Weihnachtsgeschäft habe nun oberste Priorität, schreibt Baker an die Mitarbeiter. Ein großer Teil des Umsatzes wird in der Branche im letzten Quartal gemacht. Doch auch schon im vergangenen Jahr war die Hoffnung bei Kaufhof groß, dass ein starkes Weihnachtsgeschäft die Bilanz wieder aufbessert – und wurde enttäuscht. Wenn sich das dieses Jahr wiederholt wird die Luft für den Warenhauskonzern immer dünner.

Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum

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