Hudson's Bay Kaufhof-Mutter will in Europa rasant wachsen

Trotz Startschwierigkeiten und einem überraschenden Chefwechsel bei Kaufhof hat Eigentümer Hudson's Bay weiter ehrgeizige Pläne für Europa. Der Umsatz der Handelskette soll in zwei Jahren um 20 Prozent steigen.
Update: 07.04.2017 - 13:54 Uhr Kommentieren
Allein im laufenden Jahr will Eigentümer HBC rund 400 Millionen Euro in Europa investieren. Quelle: dpa
Galeria Kaufhof in Chemnitz

Allein im laufenden Jahr will Eigentümer HBC rund 400 Millionen Euro in Europa investieren.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer nordamerikanische Kaufhof-Eigner Hudson's Bay will nach Anlaufschwierigkeiten und einem Chefwechsel bei seiner Warenhaustochter auf Wachstum schalten. Hudson's Bay wolle in seinem Europa-Geschäft mit Kaufhof im Zentrum in den nächsten 24 Monaten den Umsatz um 20 Prozent steigern, kündigte Verwaltungsratschef Richard Baker am Freitag in Düsseldorf an. Dabei sollen auch Neueröffnungen von Geschäften in Deutschland und den Niederlanden helfen.

Der Profit soll laut HBC-Vorstandschef Jerry Storch sogar noch schneller steigen. Allein 2017 wolle HBC rund 400 Millionen Euro in Europa investieren, binnen maximal sieben Jahren soll es eine Milliarde Euro werden. HBC stehe zu Kaufhof, Gerüchte um Verkaufspläne seien „absurd“.

„Wir wollen unsere Warenhäuser in Deutschland zu den besten Warenhäusern der Welt machen“, sagte Storch. Das sei auch nötig, denn es seien „herausfordernde Zeiten für die Warenhäuser rund um den Globus“. Die Kundenfrequenz sinke, der boomende Online-Handel sorge für Konkurrenz und die Bekleidungs-Verkäufe sänken: „Es liegt viel Arbeit vor uns.“

Der nordamerikanische Traditionskonzern Hudson's Bay Company (HBC) wurde 1670 gegründet - hatte 2015 den Sprung nach Europa gewagt und Kaufhof vom Handelsriesen Metro übernommen. Kaufhof mit seinen Warenhäusern in Deutschland und Belgien soll HBC als Basis für die Expansion in Europa bilden, in den Niederlanden ist HBC nun bereits vertreten. Doch nicht alles läuft rund - im wichtigen Weihnachtsgeschäft verzeichnete Kaufhof zuletzt einen Umsatzrückgang.

Der Chef des Konkurrenten Karstadt, Stephan Fanderl, berichtete dagegen in einem Reuters-Interview von einem Umsatzzuwachs. Hudson's Bay mit über 460 Filialen weltweit und 66.000 Mitarbeitern hatte zudem im Ende Januar abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 einen Verlust von 516 Millionen Kanadische Dollar (umgerechnet 360 Millionen Euro) ausgewiesen. Grund waren unter anderem schlecht laufende Geschäfte bei der Shopping-Website Gilt.

Bei diesen Händlern kauft die Welt ein
Platz 92: Otto
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Die Otto Group ist auf Rang 92 der kleinste deutsche Händler in der Rangliste der 250 größten Handelsunternehmen. Im Jahr 2015 hatte der Konzern einen Einzelhandelsumsatz von 10,6 Milliarden Dollar erzielt. Die 250 Händler in der nun veröffentlichten Studie der Beratungsgesellschaft Deloitte kamen zusammen auf einen Umsatz von 4,3 Billionen Dollar.

Quelle: Deloitte Global Powers of Retailing 2017

Platz 22: Rewe
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Auf dem 22 Rang steht Rewe mit einem Einzelhandelsumsatz von 43,6 Milliarden Dollar. Die Supermarktkette besitzt Filialen in insgesamt elf Ländern.

Platz 18: Edeka
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Obwohl die Supermarktkette nur in Deutschland vertreten ist, schneidet das Unternehmen besser ab als Rivale Rewe. Edeka landet im aktuellen Ranking mit einem Einzelhandelsumsatz von 52,5 Milliarden Dollar auf dem 18 Platz.

Platz 13: Metro AG
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Der Handelskonzern hat Filialen in 31 Ländern und erzielte im Einzelhandel einen Umsatz von 68 Milliarden Dollar. Für die Top Ten reicht das aber nicht mehr. Das deutsche Unternehmen fiel von Rang acht auf Rang 13 zurück. Schuld daran waren der Verkauf von Kaufhof und der Rückzug aus dem Großhandelsgeschäft in mehreren Ländern.

Platz 10: Amazon
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Obwohl die US-amerikanische Firma eigentlich ein Internetunternehmen ohne Verkaufsläden ist, schafft sie es in die Top Ten. Amazon ist mit einem Umsatz von 79,3 Milliarden Dollar die Nummer zehn der größten Einzelhändler der Welt.

Platz 9: Tesco
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Englands größte Supermarktkette ist der größte Verlierer in den Top Ten. Mit einem Einzelhandelsumsatz von 81 Milliarden Dollar landet sie gerade noch auf Platz 9. Im Jahr 2015 ist der Umsatz um fast 13 Prozent abgestürzt. Das Unternehmen ist in insgesamt zehn Ländern vertreten.

Platz 8: Aldi
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Nur wenn man ihren Umsatz zusammenzählt, erreichen Aldi Süd und Aldi Norddie Top Ten der größten Einzelhändler der Welt. Doch sie schaffen ein Kunststück, das kein anderer Händler zustande bringt: Sie erwirtschaften zwei Drittel ihres geschätzten Umsatzes von 82,2 Milliarden Dollar im Ausland. In 17 Ländern sind sie aktiv.

„Wir müssen uns auf ein Jahr einstellen, in dem wir um jeden Euro in Umsatz und Ergebnis umso mehr kämpfen müssen“, hatte der scheidende Kaufhof-Chef Olivier Van den Bossche zuletzt zu Protokoll gegeben. Filialinvestitionen müssten zeitlich etwas gestreckt werden. Nun geht er, sein Nachfolger soll zum 1. Mai der ehemalige Toys'R'Us-Manager Wolfgang Link werden. Dieser verfüge über „herausragende strategische Fähigkeiten“, bescheinigte ihm Storch, der bei Toys'R'Us bereits mit Link zusammengearbeitet hatte. Es sei auch wichtig, dass Link Deutscher und Europäer sei. „Wir sind nicht arrogant und wissen nicht alles besser“, sagte Storch zu Berichten, zwischen nordamerikanischen Eignern und deutschen Managern gebe es Zwist bei der Strategie.

Auch werde in Kaufhof mehr investiert als dies der Fall gewesen sei, als die Kette noch Teil des Metro-Konzerns war. Doch seien die Aufwendungen vielleicht nicht ganz so hoch wie Hudson's Bay dies ursprünglich geplant habe. Doch nun sollten neue Geschäfte in Deutschland und den Niederlanden eröffnet werden, allein fünf unter dem Dach Saks OFF 5th in der Bundesrepublik. Neue Marken sollen die Verbraucher und vor allem auch jüngere Kunden anlocken. „Wir sorgen für den Wechsel“, betonte Storch. Gelinge dieser, könne die Zahl der Stellen bei Kaufhof sogar ansteigen: „Dann gibt es eher mehr als weniger Beschäftigte.“

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