Hugo Boss eröffnet Online-Shop
Luxus kaufen – Klick per Klick

Louis Vuitton und Gucci haben sich im Internet schon piekfeine Adressen zugelegt. Der Modekonzern Hugo Boss aus dem schwäbischen Metzingen zieht jetzt nach und will sein Geld kommendes Jahr online selbst verdienen. "Hugo Boss wird 2008 einen Onlineshop eröffnen", bestätigte ein Sprecher dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Max Rauffer ist Herrenausstatter im oberbayerischen Dachau und sein Herrenkontor.de seit August 2006 auch eine der wenigen Adressen im Internet, die Anzüge und Hemden von Hugo Boss verkaufen. Die Nische wird das 1888 gegründete Familienunternehmen nicht mehr lange besetzen können. "Hugo Boss wird 2008 einen Onlineshop eröffnen", bestätigte ein Sprecher des größten deutschen Modekonzerns dem Handelsblatt. Wie es sich für einen Herrenmodekonzern gehöre, werde Hugo Boss dabei nicht nur Accessoires wie Taschen online verkaufen, sondern auch Kleidung. Weitere Details wollte der Sprecher derzeit noch nicht nennen.

Der Modekonzern aus Metzingen geht damit einen Schritt, den die großen internationalen Luxusgüterkonzerne bereits gemacht haben. Mark Lee etwa, der Chef von Gucci, hat sich zum Ziel gesetzt, die erste Luxusmarke zu sein, die weltweit online verkauft wird. Den ersten Onlineshop schaltete die Marke aus Florenz im Jahr 2002 für die USA frei. Inzwischen sind die Kollektionen mit dem doppelten GG aus zwölf Ländern im Netz zu bestellen - auch aus Deutschland. Das weltweit größte Luxuskonglomerat LVMH hat mit Eluxury.com gleich ein virtuelles Luxuskaufhaus eröffnet, in dem es die Marken des Hauses wie Louis Vuitton, Dior und Marc Jacobs zu kaufen gibt.

Die Onlineoffensive der Edelschneider, -schuster und -täschner kommt nicht von ungefähr. Der Onlinehandel wächst stark. Allein in Deutschland wurden im vergangenen Jahr nach Angaben des Bundesverbands des deutschen Versandhandels zehn Mrd. Euro online umgesetzt - ein Plus von 33 Prozent. Mode, Luxusgüter und Accessoires machten dabei mit einem Anteil von 28 Prozent das größte Segment aus. Häufig genannte Produkte wie Bücher, CDs und DVDs nahmen mit 18 Prozent nur noch den zweiten Platz ein. In Großbritannien wurde sogar bereits jedes dritte Teil im Modeversandhandel online gekauft, in Frankreich sogar jedes zweite.

In der Vergangenheit spielte das Internet als Vertriebskanal im Luxussegment nur eine Nebenrolle. Die Begründung: die Vermeidung von Konflikten mit bestehenden Vertriebsschienen wie den eigenen Filialen und den exklusiven Vertriebspartnern sowie die Befürchtung, dass das Internet ein Einkaufserlebnis wie in einem Flagshipstore auf einer Flaniermeile nicht erzeugen kann. In Handlungsnot gerieten die Luxusmarken jedoch durch unautorisierte Powerseller und Fälscher auf Internetplattformen. Spezialisten wie Net-a-porter.com und Yoox.com zeigten zudem, dass sich Luxus auch Klick per Klick verkaufen lässt. Eine Vertriebsschiene mit Potenzial, die sich jetzt auch Hugo Boss erschließt.

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