Hugo Boss: Modekonzern trotzt stagnierendem Umfeld

Hugo Boss
Modekonzern trotzt stagnierendem Umfeld

Der Metzinger Konzern konnte im vergangenen Jahr mehr Mode an den Mann bringen und seinen Gewinn steigern. Für Hugo Boss lief es besser als für viele Konkurrenten, auch für dieses Jahr gibt der Konzern sich optimistisch.
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FrankfurtDer Modekonzern Hugo Boss hat sich von der Flaute im Einzelhandel abgesetzt und im vergangenen Jahr Umsatz und Gewinn spürbar gesteigert. Das Modehaus aus dem schwäbischen Metzingen schaffte aber gerade so das untere Ende seines Zielkorridors und gab nach einem enttäuschenden vierten Quartal auch keine klare Entwarnung für das neue Jahr. Die Aktie des Konzerns fiel deshalb am Mittwoch um bis zu 5,7 Prozent auf 107,15 Euro und war damit Schlusslicht im Nebenwerteindex MDax.

„Während die Modebranche in vielen Absatzmärkten stagniert oder gar geschrumpft ist, sind wir deutlich gewachsen“, erklärte Boss-Chef Claus-Dietrich Lahrs. 2015 werde angesichts der vielen wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten nicht einfacher. "Aber wir sind zuversichtlich, dass es für Hugo Boss ein weiteres Wachstumsjahr werden wird."

Im Gesamtjahr kletterte der Umsatz nach vorläufigen Zahlen um sechs Prozent auf 2,57 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen vor Sondereffekten (Ebitda) erhöhte sich um fünf Prozent 591 Millionen Euro.

Der Vorsteuergewinn stieg 2014 um ein Prozent auf 437 Millionen Euro. Analysten hatten nach Reuters-Daten mit rund 470 Millionen Euro gerechnet. Auch die Zahlen für das vierte Quartal lagen etwas unter den Erwartungen. In Europa habe sich das Wachstum verlangsamt, erklärte Boss.

„Die zweite Jahreshälfte war im gesamten Textileinzelhandel schlecht – und das, obwohl die Konsumstimmung in Deutschland gut ist“, sagte Volker Bosse, Analyst von der Baader Bank in München. Modeausgaben seien im Moment nicht so angesagt.

„Wahrscheinlich ist die Verlockung größer, zu reisen oder sich ein Smartphone anzuschaffen.“ Boss habe außerdem keinen Hinweis gegeben, dass sich die Lage nach einem schwachen vierten Quartal zu Jahresbeginn gebessert habe. Einen Ausblick auf das laufende Jahr gibt Boss auf der Bilanzpressekonferenz am 12. März.

Boss treibt weiter seine Strategie voran, die Modeläden in Eigenregie zu führen. In Korea übernimmt der mit Marken wie Louis Vuitton oder Burberry konkurrierende Metzinger Konzern daher zum 1. März alle im Markt befindlichen 17 Franchiseläden von seinem bisherigen Partner TDCo Limited.

Darüber hinaus wird Boss zukünftig sieben Duty Free Geschäfte in enger Kooperation mit seinen Partnern bewirtschaften. In China wird der schwäbische Modekonzern sein Geschäft nun komplett selbst betreiben. Die Transaktionen in Korea und China würden bis zu einem Prozent zum erwarteten Konzernumsatzwachstum 2015 beitragen.

Zudem sei im Nahen Osten in diesem Jahr der Aufbau einer konzerneigenen Vertriebsgesellschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten geplant. Die Gesellschaft mit Sitz in Dubai solle ab dem 1. Januar 2016 den Vertrieb in die verschiedenen Einzelmärkte der Region übernehmen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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