H&M-Chef Persson
„Die Preise werden steigen“

Karl-Johan Persson ist Chef der schwedischen Modekette H&M. Im Interview erläutert der 35-Jährige die Auswirkungen der Rohstoffknappheit für den Modekonzern und die Schwierigkeiten bei der Expansion nach Asien und Südamerika.
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Handelsblatt: Herr Persson, wie haben Sie das erste Jahr an der Spitze von H&M erlebt?

Karl-Johan Persson: Es war spannend, intensiv und ereignisreich.

Ereignisreich war es auch für die H&M-Aktionäre. Nach den enttäuschenden Ergebnissen zum dritten Quartal sank der Kurs deutlich. Was ist schiefgelaufen?

Tatsächlich war es das beste Quartal in der Unternehmensgeschichte. Die Erwartungen lagen allerdings auf extrem hohen Niveau. Wir selbst sind zufrieden.

Was viele Anleger nervös macht, sind die hohen Rohstoffkosten. Der Preis für Baumwolle hat sich seite Jahresbeginn mehr als verdoppelt. Wie stark trifft das die Geschäfte von H&M?

Nicht nur die Rohstoffpreise, sondern auch die Transportkosten sind enorm nach oben gegangen. Gleichzeitig können viele unserer Lieferanten die Produktionskapazitäten nicht weiter erhöhen. Es sind viele Faktoren, die momentan gegen uns sind. Andererseits gilt das für die gesamte Branche und trifft nicht nur uns.

Die Kunden werden sich also auf höhere Preise einstellen müssen?

Unsere Kunden werden weiterhin gute Qualität zu günstigen Preisen bekommen. Ich will aus Wettbewerbsgründen nichts weiter zu den Preisen sagen.

Also gibt es Preiserhöhungen?

Soviel kann ich sagen: Ich glaube, dass die Preise in der Branche steigen werden.

Sicher auch, weil zusätzlich ja die Arbeitskosten in Asien und der Türkei, wo Sie hauptsächlich produzieren, gestiegen sind?

Ja, das kommt natürlich noch dazu.

Bremsen Sie aus diesen Gründen die Expansionspläne von H&M?

Die schwache Konjunktur hat dazu geführt, dass viele Projekte für neue Einkaufszentren auf Eis gelegt wurden. Wir haben deswegen einige Läden weniger eröffnet. Unser Ziel bleibt aber, jährlich 10 bis 15 Prozent mehr Geschäfte aufzumachen. Dieses Ziel werden wir im kommenden Jahr erreichen.

Ihr wichtigster Markt ist Deutschland, wo die Konjunktur nach der Krise sehr schnell wieder angesprungen ist. Konnte das den starken Einbruch in südeuropäischen Länder kompensieren?

Das Problem ist, dass solche Entwicklungen nicht völlig gleichzeitig laufen. Da gab es Verzögerungen: Erst der Einbruch in Südeuropa, dann der Aufschwung in Deutschland und anderen Ländern. Außerdem kam der starke Aufschwung in Deutschland schneller als wir erwartet hatten. Und wir benötigen ja auch etwas Zeit, um neue Geschäfte zu eröffnen. Das macht man nicht aus dem Handgelenk heraus.

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