H&M und Swarovski

Moderiesen helfen jungen Designern

Bei Modemessen fallen junge deutsche Designer selten auf. Deshalb bekommen sie nun Unterstützung aus der Modebranche und von Händlern. Doch ganz uneigennützig ist die Hilfe von H&M, Swarowski oder dem KaDeWe nicht.
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Junge Designer inszenieren ihre Kollektionen mit neuen Ideen. Quelle: AFP
Modeschau auf der Berliner Fashion Week

Junge Designer inszenieren ihre Kollektionen mit neuen Ideen.

(Foto: AFP)

BerlinEs ist eine düstere Szene: Die ganze Bühne ist in Schwarz getaucht. Zwischen großen dunklen Granitblöcken laufen junge und alte, zum Teil grauhaarige Mannequins in schwarzen Umhängen und Kleidern über die Bühne. Ein Streichquartett und ein Elektronikmusiker begleiten das Szenarium mit schweren, rhythmusbetonten Melodien.

Mode-Inszenierung, nicht Modenschau, nennt Esther Perbandt ihre Show zur Fashion Week in Berlin. Die junge Berliner Designerin hat das Theater Volksbühne im Osten Berlins gemietet, um ihre neueste Kollektion für den kommenden Herbst und Winter zu präsentieren.

Kleider machen Milliardäre
Platz 10: Burberry
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Der Hoflieferant von Queen Elizabeth und Prince Charles gehört zu den luxuriösesten Modelabels der Welt – und zu den teuersten. Gegründet wurde das Unternehmen 1856. Seit 1920 ist Burberry an der Londoner Börse notiert, die Marke ist Mitglied im FTSE 100 Index.

Umsatz 2015: 3,4 Milliarden Euro*

*Geschäftsjahr 2014/15

Quelle: Umsatzrangliste europäischer Bekleidungsmarken nach der Zeitschrift „TextilWirtschaft“, dfv-Mediengruppe

Platz 9: Prada Group
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Die bekannteste Marke der Prada Group ist heute noch Prada, allerdings sind Marke und Unternehmen nicht mehr synonym: Weitere Marken der Prada Group sind Miu Miu, Church’s und The Original Car Shoe. Das Unternehmen Prada wurde 1913 von Mario und Martino Prada gegründet, 1919 stieg der exklusive Hersteller von Handschuhen, Taschen und Koffern zum königlichen Hoflieferanten auf. 1978 übernahm Miuccia Prada, Enkelin von Firmengründer Mario, die Geschäfte und baute die Prada Group zu einem global agierenden Modekonzern aus. Prada eröffnete erst im Jahr 1983 ein zweites Ladenlokal, wie das erste in Mailand liegend.

Umsatz 2015: 3,5 Milliarden Euro

Platz 8: Next
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Der britische Modehändler Next, 1982 gegründet, besitzt mittlerweile nach eigenen Angaben über 500 Geschäfte im Vereinigten Königreich und Irland, sowie „nahezu“ 200 Franchise-Stores in 40 Ländern. Er ist mittlerweile zum führenden Online-Modehändler Großbritanniens aufgestiegen und liefert seine Kollektionen in über 72 Länder. Next setzt auf eigene Designs und vertreibt ausschließlich die eigene, gleichnamige Modemarke.

Umsatz 2015: 5,6 Milliarden Euro

Platz 7: C&A
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Im Jahr 1841 gründeten die Brüder Clemens und August Brenninkmeijer das Unternehmen 'C. en A.' und eröffneten ein Geschäft, das als eines der ersten Kleidung in Konfektionsgrößen verkaufte. Bis heute befindet sich das Unternehmen in mittlerweile sechster Generation in Besitz der Familie Brenninkmeijer. C&A ist mit 1575 Filialen in 21 europäischen Ländern vertreten und beschäftigt rund 35.000 Mitarbeiter.

Umsatz 2015: 6 Milliarden Euro

Platz 6: Primark
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Die erste deutsche Filiale des 1969 gegründeten Textil-Discounters wurde 2009 in Bremen eröffnet, mit mittlerweile 20 Läden ist die Bundesrepublik das Land mit den drittmeisten Primark-Filialen außerhalb des Vereinigten Königreichs. Strategie des irischen Unternehmens ist es, auf in der Regel mehreren tausend Quadratmetern Verkaufsfläche modische Textilien, Schuhe und Accessoires zu extrem niedrigen Preisen anzubieten – damit ist der Konzern anders als andere Textil-Discounter vor allem bei jungen Menschen erfolgreich. Wegen Arbeits-, Lohn- und Produktionsbedingungen in Billiglohnländern steht das Unternehmen immer wieder in der Kritik.

Umsatz 2015: 7,6 Milliarden Euro

Platz 5: Kering
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Das französisch-italienische Modeunternehmen Kering wurde 1963 von dem französischen Unternehmer François Pinault gegründet und bis 2005 von diesem geführt. Seit dem 21. März 2005 wird der Konzern von Pinaults Sohn, François-Henri Pinault (im Bild), geleitet. Der Name Kering dürften nur den Wenigsten bekannt sein. Doch mit Labels wie Puma oder Gucci erreicht der Konzern ansehnliche Umsätze.

Umsatz 2015: 11,5 Milliarden Euro

Platz 4: Christian Dior
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Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 gegründet, trug Christian Dior maßgeblich dazu bei, dass sich Paris als Modehauptstadt der Welt etablieren konnte. Insgesamt beschäftigt das Unternehmenskonglomerat über 100.000 Mitarbeiter. Für die Modesparte von Dior arbeiten knapp 3600 Menschen.

Umsatz 2015: 12,3 Milliarden Euro

Der Aufwand ist groß. „Wir haben für die Hälfte der gut 600 Plätze im Saal Eintrittskarten verkauft”, erzählte Perbandt vor der Show. „So können wir einen Teil der Kosten finanzieren.”

Die jungen deutschen Designer müssen sich anstrengen, um bei der Masse an Modenschauen und hunderten von Präsentationen auf den rund einem Dutzend Modemessen in Berlin aufzufallen. Noch schwerer ist es, sich später im Tagesgeschäft in Deutschland und vor allem international durchzusetzen.

Dabei erhalten sie immer mehr Unterstützung aus der Modebranche. Das reicht vom schwedischen Textilkonzern H&M über das Luxuskaufhaus KaDeWe bis zum Luxus-Onlineshop Luisaviaroma. „Nur wenn unsere Designtalente mit ihren Arbeiten auch den Weg in den Handel finden, können sie wachsen und sich dauerhaft etablieren”, weiß Christiane Arp, Chefredakteurin der Vogue Deutschland und Motor zahlreicher Initiativen, um die Chancen für vielversprechende deutsche Designer im rauen Modegeschäft zu verbessern.

Diese Designer machen gemeinsame Sache mit H&M
Kenzo bei H&M
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Die Marke Kenzo gehört zum Luxus-Imperium LVMH. Doch statt Luxus setzt die Marke nun auf Masse – zumindest eine Kollektion lang. Das Label der ursprünglich japanischen Kenzo – Namensgeber ist Kenzo Takada (77) – ist für seine intensiven Farben und ausgefallenen Aufdrucke bekannt.

Kenzo und H&M
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Auffällige Tigermuster und leuchtende Farben bestechen die Kollektion der Luxusmarke Kenzo, die seit dem 3. November in den Filialen des schwedischen Modefilialisten angeboten wird.

Kenzo-Kollektion
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Die Kollektion reicht von Kleidern, Jacken über Boots und Taschen in knalligen Farben. Die Designermode zu erschwinglichen Preisen ist stets schnell vergriffen.

Kenzo
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Die Kollektion der Kreativdirektoren Humberto Leon und Carol Lim (im Bild) ist seit dem 3. November online und in etwa 250 von weltweit rund 3.000 Filialen zu kaufen.

Eine Auswahl ihrer Vorgänger ...

Karl Lagerfeld
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Karl Lagerfeld gehört zu den bekanntesten Modedesignern der Welt. Der Deutsche vertreibt nicht nur unter seinem eigenen Namen Kleidung, sondern ist auch Chefdesigner bei Chanel und Fendi. Das hielt Lagerfeld allerdings nicht davon ab, für den Massenmarkt zu arbeiten: 2004 entwarf er eine eigene Kollektion für H&M. Mit großem Erfolg: Es gab lange Schlangen vor den Läden und Totalausverkauf. Auf Ebay blühte der Schwarzhandel mit den Lagerfeld-Stücken. Der Umsatz stieg damals um 24 Prozent. Es war die erste Kooperation mit einem Stardesigner – gelobt wurde sie sogar von Analysten: Die H&M-Aktie kletterte nach dem PR-Getöse über die 200-Kronen-Marke.

Versace
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Auch Donatella Versace ließ sich 2011 von H&M verpflichten. Das Unternehmen, von ihrem Bruder Gianni 1978 gegründet, ist nicht für den dezenten Auftritt bekannt. Auffällige Muster und Drucke fanden sich dann auch auf den H&M-Kleiderstangen. Neben Klamotten entwarf Versace auch noch Wohnaccessoires für die schwedische Kette.

Roberto Cavalli
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Ungefähr genauso „laut“ wie Versace ist auch der ebenfalls italienische Designer Roberto Cavalli. Gerade tierische Muster wie Leoparden-Prints finden sich immer wieder in der Kollektion. Auch bei H&M zierten diese einige Stücke, als Cavalli 2006 für die schwedische Kette designte.

So lädt Arp den Modehandel zur Fashion Week ins herrschaftliche Kronprinzenpalais am Boulevard Unter den Linden ein. Dort präsentieren sich Designer wie die Münchener Kaschmir-Marke Allude, die Mannheimer Designerin Dorothee Schumacher zusammen mit Jungtalenten wie William Fan oder Tim Labenda im „Berliner Mode Salon” oder im „Vogue Salon”.

Die exklusiven Gruppenausstellungen jedoch sind zu wenig, um sich im Modemarkt durchzusetzen, der sich gerade massiv wandelt: Modefirmen stürzen in die Insolvenz, müssen nach einer massiven Expansion viele eigene Markenläden schließen, kämpfen mit dem Onlinegeschäft und liefern sich brutale Rabattschlachten.

Es hapert am professionellen Markenaufbau
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