Hunkemöller Unterwäsche-Spezialist eröffnet 180 neue Stores

In Zeiten des digitalen Wandels haben immer mehr Einzelhändler mit einem unrentablen stationären Geschäft zu kämpfen. Dass sich Internet und Filiale aber nicht gegenseitig ausschließen muss, zeigt Hunkemöller.
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Der Unterwäsche-Spezialist will 180 neue Läden eröffnen. Quelle: dpa
Hunkemöller-Models

Der Unterwäsche-Spezialist will 180 neue Läden eröffnen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfWährend andere ihre Läden schließen und das gesamte Geld in ihren Online-Auftritt stecken, will Unterwäschehändler Hunkemöller in etwas über zwei Jahren 180 neue Filialen in Deutschland eröffnen – doch das Konzept hat scheinbar nichts mehr mit einem normalen Laden zu tun. Diese stehen in den Innenstädten ohnehin meistens leer. Eine Folge von Amazon und der zunehmenden Digitalisierung? Oder sind die Einzelhändler vielleicht selbst schuld?

Fest steht: Ein reines Angebot an Kleidung bringt die Kunden kaum noch in den herkömmlichen Einzelhandel. Sie brauchen ein ultimatives Shoppingerlebnis. In den Niederlanden lockt beispielsweise Hudson’s Bay mit persönlichen Shopping-Beratern und Powernapping-Möglichkeiten. Die britische Kette Selfridges profitiert von einer spektakulären Präsentation ihrer Produkte.

Sogar Lebensmitteldiscounter lassen was einfallen, wenn es um den Verkauf ihrer Textilien geht: Lidl hatte zuletzt für seine Heidi-Klum-Kollektion die Filialen mit Umkleiden, einem Laufsteg und lebensgroßen Klum-Pappfiguren versorgt – damit die Selfies mit den neuen Klamotten noch mehr Likes einheimsen. Besonders die weibliche „Generation Y“ – bei Hunkemöller „Shero“ genannt – mit ihrer hohen Affinität zu Social Media, will auch der Dessousverkäufer glücklich machen. 

Selfie-Spiegel für die Social-Media-Generation

Hunkemöller beschreibt eine „Shero“, also eine typische Kundin, folgendermaßen: Sie ist um die 28 Jahre alt, lebt in einer Großstadt, ist sportlich, witzig und lebensfroh. Natürlich kennt sie sich bestens mit dem Internet aus und weiß auch, dass sie sich die Wäsche bequem nach Hause liefern lassen kann. Was nicht passt, schickt sie einfach kostenlos zurück.

Mit den HKMX-Stores will sich Hunkemoeller den Bereich Sportmode ausbauen.
HKMX-Store in Berlin

Mit den HKMX-Stores will sich Hunkemoeller den Bereich Sportmode ausbauen.

Was wie ein Nachteil für den stationären Handel wirkt, nutzt Hunkemöller gerade dafür aus: Denn Shero geht nicht nur zum Shoppen ins Netz, sondern bewegt sich auch in den sozialen Netzwerken. Dieser Leidenschaft kann sie nun direkt im Laden nachgehen: Eine eigene Social Media Wall mit integriertem Selfie-Spiegel hält ihr Shoppingerlebnis direkt fest. Aber reicht das, um Kundinnen an sich zu binden? 

Damit die Sheros wiederkommen und auch die Laufkundschaft sich als weibliche Hunkemöller-Heldin inszeniert, hat sich das niederländische Unternehmen etwas Raffiniertes einfallen lassen: einen Body-Scanner. Dieser gibt den Sportlerinnen Infos darüber, wie sich ihr Training seit dem letzten Hunkemöller-Besuch bemerkbar gemacht hat. Die genommen Maße ebnen außerdem den Weg zum perfekt sitzenden Sportoutfit. Denn Hunkemöller vertreibt nicht nur hübsche Spitzendessous und Nachtwäsche, sondern baut besonders sein Sportsortiment unter dem Namen HKMX sukzessive aus.

Bei diesen Händlern kauft die Welt ein
Platz 92: Otto
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Die Otto Group ist auf Rang 92 der kleinste deutsche Händler in der Rangliste der 250 größten Handelsunternehmen. Im Jahr 2015 hatte der Konzern einen Einzelhandelsumsatz von 10,6 Milliarden Dollar erzielt. Die 250 Händler in der nun veröffentlichten Studie der Beratungsgesellschaft Deloitte kamen zusammen auf einen Umsatz von 4,3 Billionen Dollar.

Quelle: Deloitte Global Powers of Retailing 2017

Platz 22: Rewe
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Auf dem 22 Rang steht Rewe mit einem Einzelhandelsumsatz von 43,6 Milliarden Dollar. Die Supermarktkette besitzt Filialen in insgesamt elf Ländern.

Platz 18: Edeka
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Obwohl die Supermarktkette nur in Deutschland vertreten ist, schneidet das Unternehmen besser ab als Rivale Rewe. Edeka landet im aktuellen Ranking mit einem Einzelhandelsumsatz von 52,5 Milliarden Dollar auf dem 18 Platz.

Platz 13: Metro AG
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Der Handelskonzern hat Filialen in 31 Ländern und erzielte im Einzelhandel einen Umsatz von 68 Milliarden Dollar. Für die Top Ten reicht das aber nicht mehr. Das deutsche Unternehmen fiel von Rang acht auf Rang 13 zurück. Schuld daran waren der Verkauf von Kaufhof und der Rückzug aus dem Großhandelsgeschäft in mehreren Ländern.

Platz 10: Amazon
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Obwohl die US-amerikanische Firma eigentlich ein Internetunternehmen ohne Verkaufsläden ist, schafft sie es in die Top Ten. Amazon ist mit einem Umsatz von 79,3 Milliarden Dollar die Nummer zehn der größten Einzelhändler der Welt.

Platz 9: Tesco
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Englands größte Supermarktkette ist der größte Verlierer in den Top Ten. Mit einem Einzelhandelsumsatz von 81 Milliarden Dollar landet sie gerade noch auf Platz 9. Im Jahr 2015 ist der Umsatz um fast 13 Prozent abgestürzt. Das Unternehmen ist in insgesamt zehn Ländern vertreten.

Platz 8: Aldi
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Nur wenn man ihren Umsatz zusammenzählt, erreichen Aldi Süd und Aldi Norddie Top Ten der größten Einzelhändler der Welt. Doch sie schaffen ein Kunststück, das kein anderer Händler zustande bringt: Sie erwirtschaften zwei Drittel ihres geschätzten Umsatzes von 82,2 Milliarden Dollar im Ausland. In 17 Ländern sind sie aktiv.

So wurde zum Beispiel im April 2017 ein eigener HKMX-Store in Berlin eröffnet, in den neuen Filialen sind extra Bereiche für die eigene Sportmarke geplant. Neben den vielen digitalen Spielereien sollen die neuen Filialen außerdem über eine Abholtheke für im Internet bestellte Ware verfügen. Das Sortiment ergänzt Hunkemöller um eine Auswahl an Parfums.

Um diese „Erlebnis-Stores“ in die Städte zu bringen, sucht das Unternehmen nach Verkaufsflächen in Innenstädten und Shopping-Malls. Bis Ende des Jahres will es in Deutschland 60 neue Läden eröffnen, 2018 sollen weitere 80 folgen.

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