Hurrikan „Sandy“ in New York
Unterwegs in der Geisterstadt

U-Bahnen dicht, Schulen geschlossen, die Wall Street menschenleer: In New York steht das öffentliche Leben fast still. Der Hurrikan ist schon zu erahnen, die Menschen treffen letzte Vorbereitungen. Eine Reportage
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New York Der Broadway in Lower Manhattan gleicht an diesem Montagmorgen einer Geisterstadt. Dort, im Zentrum der Weltfinanz, wo man an normalen Tagen vor lauter Autos, Männern in Anzügen und Frauen in Kostümen kaum die Straße sieht, ist es heute so ruhig wie auf dem Dorf. Die Geschäfte und Imbissbuden sind geschlossen, und die einzigen Menschen, die sich heute dort unten blicken lassen, sind Obdachlose und ein paar Touristen.

Es ist auch kein normaler Tag: Hurrikan „Sandy“ hat sich für den Nachmittag angekündigt, und seine Windböen peitschen bereits den Regen durch die Häuserschluchten. Durch die Seitenstraßen wehen Blätter und Plastiktüten, ein einsamer Streifenwagen kurvt herum und lässt per Lautsprecher die leeren Straßen wissen: „Dies ist eine vorgeschriebene Evakuierung. Bitte kommen Sie der Aufforderung nach.“

Das Finanzzentrum der Welt ist laut den Planungen des Katastrophenschutzes heute vor allem folgendes: „Evakuierungszone A“. 

„Sandy“ hat die Finanzwelt New Yorks an diesem Montag schon vor seiner Ankunft durchgewirbelt. Die meisten Banken und Finanzfirmen lassen ihre Mitarbeiter von zu Hause oder im Hotel arbeiten. Es fährt ja ohnehin keine U-Bahn. Selbst das Symbol des amerikanischen Kapitalismus, die Börse NYSE, hat heute geschlossen. Das mächtige, säulenverzierte Gebäude, steht heute, von Sandsäcken geschützt, ziemlich nutzlos an der Wall Street Ecke Nassau herum.

Ein paar Straßen weiter von der Wall Street entfernt, am Battery Park an der Südspitze Manhattans, tritt bereits das aufgepeitschte Wasser über die Ufer. „Naja“, sagt David Sundberg, „noch ist ja alles nicht so schlimm.“ Der 52-jährige New Yorker, Brille und Neonjacke, wollte noch eine Runde joggen, bevor er sich dann zu Hause einigelt. „Man weiß ja nicht, wie es ausgehen wird, wir sind jedenfalls für alles vorbereitet.“

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Unterwegs in der Geisterstadt

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Gerüstet für den „Frankenstorm“

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  • Gute Frage(n)....ich habe gerade vorhin zu meiner Frau gesagt ob sie es nicht merkwürdig findet was da für Trubel gemacht wird wegen diesem angeblichen Jahrhundertsturms...bzw. wieso da ALLES stillgelegt wurde im voraus.

  • Die Kommunisten machen so verdammt gute Propaganda. Hat Tom Königs noch irgendwo die Spendenkontonummer des Vietkong? ;o)


  • Liebes handelsblatt.com-Team, sendet doch bitte einen Reporter samt Kamera nach Süd-Manhatten (Financial District) und harrt solange aus, bis sich diese Hurrikan-Farce gelegt hat. Wenn Ihr das tut, bekommt Ihr die Schlagzeile Eures Lebens. Und immer schön auf die vielen LKW's incl. Goldladung draufhalten. Versuch macht klug ;-)

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