Iata-Chef befürchtet Treibstoff-Mehrkosten von zehn Milliarden Dollar
Airlines kommen nicht aus der Krise

Der anhaltend hohe Ölpreis bedroht den Aufschwung in der Luftfahrtbranche. „Die internationalen Fluggesellschaften müssen zehn Milliarden Dollar an zusätzlichen Kosten verkraften, wenn es beim jetzigen Ölpreis von über 40 Dollar pro Barrel bleibt“, prognostiziert Giovanni Bisignani, Generaldirektor und Chief Executive Officer (CEO) der International Air Transportation Association (Iata), im Gespräch mit dem Handelsblatt.

GENF. Der Ertrag des derzeitigen Booms wird vom Ölpreis aufgefressen“, warnt der Chef des Interessenverbands der Luftfahrtbranche. Ein Abrutschen in die roten Zahlen sei kaum noch aufzuhalten. Anfang des Jahres hatte die Iata noch erwartet, dass die Branche 2004 einen Gesamtgewinn von 2,8 Mrd. Dollar erwirtschaften würde.

Bisignanis Prognose zum Ölpreis-Effekt lässt Branchenexperten aufhorchen: „Sollte diese Dimension zutreffen – die von außen schwer zu überprüfen ist –, dürfte das für viele Fluggesellschaften das Aus bedeuten“, sagt Analyst Ulrich Horstmann von der Bayerischen Landesbank.

Dass der Ölpreis sich schon in den Bilanzen niederschlägt, belegte am Freitag Singapore Airlines. Die Airline wies für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2004/5 ein deutlich geringeres Ergebnis aus als im vorangegangenen Quartal. Durch die höheren Ausgaben für Treibstoff seien die Kosten um 80 Mill. Singapur-Dollar (39 Mill. Euro) gestiegen.

Bisignani war für 2004 ursprünglich von einem durchschnittlichen Ölpreis von 30 Dollar ausgegangen. „Selbst wenn er im Jahresdurchschnitt wieder auf 36 Dollar zurückgehen sollte, bleiben sechs Mrd. Dollar zusätzliche Kosten hängen“, gesteht er, „denn auf die Ticketpreise können wir nur wenig überwälzen.“

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