ICE-Lieferung: Siemens und Bahn um schnelle Lösung bemüht

ICE-LieferungSiemens und Bahn um schnelle Lösung bemüht

Lieferverzögerungen bei ICE-Zügen entfachten einen Streit zwischen der Deutschen Bahn und Siemens. Von einem Krisengipfel auf Vorstandsebene wollen beide Parteien jedoch nichts wissen.
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BerlinNach dem geplatzten Liefertermin für acht neue ICE-Züge bemüht sich Siemens mit seinem Kunden Deutsche Bahn um eine schnelle Lösung der Probleme. „Wir standen und stehen in einem engen Austausch mit der Bahn“, sagte ein Siemens-Sprecher am Freitag.

Bei der Bahn hieß es, auf Arbeits- und Vorstandsebene werde ständig miteinander gesprochen. Deshalb sei auch kein Krisentreffen auf Vorstandsebene nötig, das einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge bis Weihnachten stattfinden soll. Sprecher beider Unternehmen sagten, von einem solchen Treffen sei ihnen nichts bekannt.

Siemens hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass acht neue ICE 3 des Typs Velaro nicht wie geplant von Dezember an eingesetzt werden können. Grund dafür sind Mängel bei der Software für die Leit- und Sicherungstechnik. Die ersten ICE-Züge dürften nun nach Einschätzung der Bahn frühestens in zwei Monaten eingesetzt werden. Siemens nannte keine Auslieferungstermine.

Das Fehlen der acht Züge, die bereits Ende 2008 bestellt wurden, könnte sich für die Bahn besonders bemerkbar machen, wenn sie Zugausfälle im kommenden Winter ausgleichen muss. Dann hat sie nur wenige Reservezüge. Die Bahn hat nun auch weniger Möglichkeiten, etwa im Weihnachtsverkehr Sonderzüge zur Verstärkung einzusetzen. Das bedeutet unterm Strich volle Züge an Tagen mit vielen Reisenden.

Auch bei der Modernisierung der 63 ICE 3, die schon seit Jahren unterwegs sind, gibt es eine weitere Verzögerung. In der Flotte sollen alle rund 1200 Antriebsachsen nach und nach ausgetauscht werden. Das würde die Bahn entlasten. Denn die neuen Achsen müssen nach Bahnangaben nur noch alle 160 000 Kilometer per Ultraschall durchleuchtet werden. Bisher ist das aus Sicherheitsgründen alle 30 000 Kilometer nötig, entsprechend länger sind die Aufenthalte in der Werkstatt.

Noch im Sommer hieß es, dass bis zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember zehn der Hochgeschwindigkeitszüge umgerüstet sein sollten. Daraus wurde nichts, weil das Eisenbahn-Bundesamt die neuen Achsen noch nicht zugelassen hat. Die Bahn hofft darauf, dass dies bis zum Jahresende geschehen wird. Die Austauschaktion wird gut zwei Jahre dauern, weil die Bahn möglichst wenige Züge aus dem laufenden Betrieb herausnehmen will.

 

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  • Es liegt mal wieder an der Software. Ein gezielter Einsatz von leistungsfähiger Testsoftware für die Überprüfung der Computerprogramme könnte die meisten Softwarefehler schon früh im Entwicklungsprozess aufdecken. Leider wird in vielen Entwicklungsprojekten aus "Sparzwängen" nicht ausreichend in solche Testtechnologien investiert.
    Klaus Lambertz (Verifysoft)

  • Wer kann sich bitte noch leisten derart Arogant mit seinen Kunden umzugehen.
    Da ja Siemens auch mit der Brandanlage am Ber im Zusammenhang steht kann man sehr wohl von Imagschaden sprechen. Die halbe Welt lacht über diese Themen.

  • @Krei

    Die Aufstellung von Siemens ist ok und eine Zerschlagung ist eine blinder Aktionärsquatsch. Außerdem: Wo entsteht ein Imageschaden für Deutschland???

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