ICE-Trasse Berlin - München Mit Tempo 300 durch die Berge

Nirgendwo hat es die Bahn so krachen lassen wie im Thüringer Wald: 22 Tunnel wurden für die Sprinter-Trasse von Berlin nach München durch das Mittelgebirge gesprengt. Heute wird die Strecke eröffnet - aber Baustellen bleiben.
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München-Berlin in vier Stunden – Deutschlands neue Hightech-Verbindung

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Erfurt, BambergEin bisschen ist es wie in der U-Bahn - nur schneller, viel schneller. Mit Tempo 300 in der Spitze rast der ICE Berlin-München auf der Neubaustrecke zwischen Erfurt und dem fränkischen Ebensfeld bei Bamberg von Tunnel zu Tunnel durch den Thüringer Wald.

Die beiden längsten der insgesamt 22 Röhren auf diesem Abschnitt haben die Experten 8,3 sowie 7,4 Kilometer durch den Berg gesprengt. Das Gefühl, quasi unter dem Kamm des Mittelgebirges durchzusausen, erleben Reisende mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag. Dann beginnt nach den Feiern am Freitag der Linienverkehr auf der Trasse. An dem Megaprojekt – Kosten: zehn Milliarden Euro - wurde seit 1996 mit einigen Unterbrechungen gearbeitet. Die Bahn spricht vom „größten Bahnbauprojekt Deutschlands“.

Bereits am Freitag fährt ein ICE-Sonderzug auf der neuen Trasse. Unterwegs wollen drei Ministerpräsidenten zusteigen. In Nürnberg, Erfurt, Leipzig, Wittenberg und Berlin sind Feste geplant. Zur Abschlussveranstaltung in Berlin werden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der ehemalige Formel-1-Rennfahrer Nico Rosberg erwartet.

Geschlossen ist jetzt die letzte, 107 Kilometer lange Lücke zwischen Thüringen und Bayern auf der verkehrsträchtigen Nord-Süd-Magistrale – einem „Verkehrsprojekt Deutsche Einheit“ (VDE 8) mit Neu- und Ausbauabschnitten. Auf etwa der Hälfte des Neubaustücks durch den Thüringer Wald geht es entweder durch Tunnel oder über 29 Talbrücken.

Das sind Deutschlands beliebteste Bahnhöfe
Platz 1: Köln
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Der Kölner Hauptbahnhof landet mit einer durchschnittlichen Bewertung von 4,9 Punkten mit Abstand auf Platz 1 des „Netzsieger“-Rankings. Der Domblick und das nahegelegene Rheinufer dürften unter den Reisenden wohl als besondere Schmankerl gelten. 280.000 Reisende nutzen den Bahnhof täglich.

Platz 2: Dresden
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60.000 Menschen passieren täglich den Dresdner Hauptbahnhof. Direkt neben dem Bahnhofsgebäude befindet sich der Campus der Hochschule für Technik und Wirtschaft. 235 Reisende – darunter sicher auch einige Studenten – bewerteten den sächsischen Verkehrsknotenpunkt mit durchschnittlich 4,4 Sternen.

Platz 3: Leipzig
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Der Hauptbahnhof der sächsischen Großstadt ist der flächenmäßig größte Kopfbahnhof Europas und besteht seit 1915. Unter DDR-Führung wurde die Bahnhofshalle nach Kriegsende zwanzig Jahre lang peu à peu restauriert. Im Ranking der beliebtesten Bahnhöfe landet das monumentale Gebäude mit im Schnitt 4,4 Sternen auf Platz drei.

Platz 4: Berlin
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Nach elfjährigem Umbau wurde der Berliner Hauptbahnhof 2006 neu eröffnet. Vom Architekten Meinhard von Gerkan entworfen, ist die einzigartige Glaskonstruktion der größte Turmbahnhof Europas. Von 730 Reisenden erhält der Bahnhof im Mittel 4,4 Sterne und landet damit – knapp am Treppchen vorbei – auf Platz 4.

Platz 5: Kiel
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Den Hauptbahnhof der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt nutzen pro Tag gut 25.000 Menschen. Direkt an der Kieler Förde gelegen, sind auch Anschlussfähren nach Oslo und Göteborg schnell zu erreichen. Dieser Komfort ist den Reisenden durchschnittlich 4,4 Sterne wert.

Platz 6: München
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Der Münchner Hauptbahnhof stemmt wie auch der Frankfurter Hauptbahnhof ein tägliches Reiseaufkommen von 450.000 Personen. Mit einer durchschnittlichen Bewertung von 4,2 Sternen unter 453 Nutzern belegt der 1960 fertiggestellte Bahnhof den 6. Platz.

Platz 8 und 7: Bochum und Frankfurt am Main
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Der 1955 neu errichtete Bochumer Hauptbahnhof erzielte bei Google unter 32 Reisenden eine durchschnittliche Bewertung von 4,1. Punktemäßig gleichauf liegt der Frankfurter Hauptbahnhof (Bild). 633 Reisende haben den Bahnhof der Finanzmetropole rezensiert.

Die Fahrzeit auf den insgesamt 623 Kilometern zwischen Berlin und München sinkt nach Angaben der Deutschen Bahn für Fahrgäste im ICE-Sprinter um zwei auf knapp vier Stunden. Mit dem normalen ICE seien sie knapp viereinhalb Stunden zwischen den beiden Metropolen unterwegs. Die ICE-Züge seien damit eine „sehr ernsthafte Alternative gegenüber dem Flieger“, erwartet Bahnchef Richard Lutz. Das Unternehmen hat ein ehrgeiziges Ziel. Die jährliche Fahrgastzahl zwischen Berlin und München soll sich von bisher etwa 1,8 Millionen auf bis zu 3,6 Millionen verdoppeln.

Doch bei aller Euphorie ob der Tempovorteile: Baustellen bleiben - nicht nur am Nadelöhr Bamberg in Bayern, das nach den Worten eines Bahnsprechers voraussichtlich nicht vor dem Ende des nächsten Jahrzehnts geöffnet werden kann. „Dort ruht das Planfeststellungsverfahren.“ In Bayern geht in den nächsten Jahren der Streckenausbau in Richtung Nürnberg weiter - noch müssen die schnellen Züge hinter der Landesgrenze auf Tempo 160 drosseln.

Einige Städte fühlen sich abgehängt
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