Igedo will in Zukunft verstärkt mit den Showroom-Betreibern zusammenarbeiten
Düsseldorfer Modemesse sucht verloren gegangenen Glamour

Am Rhein wehte gestern ein frischer Wind, rund um den Messeturm und auch in dessen elfter Etage: Die Igedo-Company stellte ihr neues Konzept für die Messe CPD Woman-Man (1. bis 3. Februar 2004) vor.

DÜSSELDORF. Die Messemacher, die in den vergangenen Jahren kräftig an vermietetem Boden verloren haben, kämpfen dabei nicht länger gegen die Konkurrenz der Showroom-Betreiber, sondern suchen den Schulterschluss mit den Messeflüchtigen.

Die hatten das Messegelände nicht nur aus Kostengründen verlassen. Kritikpunkte waren die manchen Tagen oft gähnende Leere in den Gängen und zu wenig Glamour in den Hallen. Hinzu kommt, dass die gebeutelte Branche der Modemacher und -vermarkter immer noch schrumpft. Klaus Brinkmann, Präsident des German Fashion Verbandes – und traditionell mit mehreren Marken, zum Beispiel dem renommierten Herrenmode-Label „Bugatti“ auf der Düsseldorfer Messe vertreten – ist schon froh, wenn er für das laufende Jahr verkünden kann: „Das Minus wird nicht zweistellig.“ Der Männermode-Profi beansprucht für den Modemesseplatz am Rhein auch nur noch „neben Florenz Platz 2 in Europa.“ Die Florentiner Messe Pitti Uomo (8. bis 11. Januar 2004) hat sich im letzten Jahrzehnt zur führenden und richtungweisenden Branchenveranstaltung gemausert – nicht zuletzt auch wegen ihres intelligenten und glanzvollen Rahmenprogramms. Da machte nicht nur Armani eine große Show, da folgte irgendwann auch Hugo Boss – und blieb treu.

Auch Jürgen Dax vom Bundesverband des deutschen Textileinzelhandels (BTE) ist vorsichtig mit seiner Prognose für den Modehandel kurz vor Jahresschluss: „Die ersten Nachtfröste haben zwar richtig gut getan, aber ob wir noch ein Pari schaffen werden, wird vom Weihnachtsgeschäft abhängen. Ich gehe davon aus, dass wir mit einem blauen Auge aus dem Jahr aussteigen.“

Die Branchenkrise trifft das Messegeschehen hart. In Köln ist die weltgrößte Herrenmodemesse in kürzester Zeit vom Markt verschwunden, weil die großen Namen und damit der Glanz verloren gingen. In Düsseldorf sehen Branchenkenner jetzt ähnliche Symptome.

„Am Glamour müssen wir arbeiten“, weiß „Mr. Igedo“ Manfred Kronen. Das beginnt bei der Standarchitektur in den Hallen (von denen während der Messelaufzeit 1. bis 3. Februar drei nicht belegt sein werden). „Konzentration auf die Stärke des Standortes, Integration statt Zersplitterung“, nennt es Igedo-Geschäftsführer Gerald Böse. Die Hallenbelegungen sollen gestrafft, die Modethemen homogener und übersichtlicher verteilt werden. Die Rede ist von „emotionalen Präsentationen“ und „sinnlicher Gliederung.“ Gerald Böse sagt’s deutlicher: „Wir wollen, dass sich wieder die Hintern reiben in den Hallen.“

Die Showroom-Betreiber lockt die Messe in kreisrunde 25-Quadratmeter-Boxen, so genannte „Fashion Circles“, die zusätzlich zu den über die Stadt verteilten Präsentations-Räumen bestückt werden sollen. Zehn Firmen sollen schon gebucht haben. Namen will Manfred Kronen nicht nennen, Zahlen zum Buchungsstand auch noch nicht. Nur so viel: „Es gibt viel Interesse.“ Lediglich von einem wird das Interesse an der Messe vermisst: von der Stadt Düsseldorf, die doch eigentlich immer auch eine Modemetropole sein will.

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