Ikea der Zukunft
Möbelriese auf dem Öko-Trip

Schraubst du noch oder lebst du schon? Ikea will zeigen, dass es mehr kann, als billige Selbstbaumöbel zu verkaufen. In Kaarst am Niederrhein entsteht das nachhaltigste Möbelhaus der Welt – mit überraschenden Ideen.

KaarstNoch ist von dem grünen Vorzeigeobjekt nicht viel zu erkennen. Bagger schieben Sandberge über die flache Mondlandschaft neben dem Autobahnkreuz Kaarst, Kräne hieven Betonwände in Position, Lastwagen rollen über die staubige Baustellenzufahrt. Nur ein Banner mit der Aufschrift „Ikea“ an einem Baucontainer signalisiert, dass hier am Niederrhein eins der weltweit wichtigsten Zukunftsprojekte des schwedischen Möbelriesen entsteht.

„Das Projekt hat internationale Bedeutung für uns, da schaut die ganze Ikea-Welt drauf", betont Johannes Ferber, der in der Geschäftsführung von Ikea Deutschland für die Expansion zuständig ist. „Wir bündeln hier alle Ideen, die wir zum Thema Nachhaltigkeit haben, an einem Platz.“ Wie in einem Baukastenprinzip sollen dann die Ideen, die sich bewährt haben, bei Neubauten von Filialen weltweit übernommen werden.

Das lassen sich die Schweden einiges kosten. 100 Millionen Euro investieren sie in das neue Einrichtungshaus in Kaarst. „Das sind 30 Million Euro mehr als in eine vergleichbare Standardfiliale“, so Ferber. Dafür entsteht aber auf der Fläche von 124.000 Quadratmetern nicht nur ein Möbelmarkt. „Das ist ein völlig neuartiger Ansatz, mit dem wir das Thema Nachhaltigkeit so umfassend wie möglich darstellen wollen.“

Die Eröffnung des Hauses, für das jetzt feierlich der Grundstein gelegt wurde, ist für Mitte kommenden Jahres geplant. „Wir hatten die Chance, ganz unkonventionell an die Planung heranzugehen und haben manches, was man von Ikea gewohnt ist, auf den Kopf gestellt“, erklärt Ferber.

4.000 Quadratmeter Photovoltaikfläche auf dem Dach, eine Solarthermieanlage und ein eigenes Blockheizkraftwerk sorgen für eine möglichst ressourcenschonende Energieversorgung. Die Solarzellen erzeugen rund 273.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Zugleich sorgen Maßnahmen wie eine tageslichtabhängig gesteuerte LED-Beleuchtung für einen um 30 Prozent reduzierten Energieverbrauch. „Wir haben noch kein Passivhaus, aber wir kommen immer näher ran“, sagt Ikea-Manager Ferber.

Langfristig ist es das Ziel von Ikea, sich ganz von fossilen Energien abzukoppeln. Schon heute deckt der Konzern seinen gesamten Energieverbrauch zu 53 Prozent aus erneuerbaren Quellen. Das Unternehmen hat jetzt weitere 600 Millionen Euro bereitgestellt für Investitionen in erneuerbare Energien.

Seite 1:

Möbelriese auf dem Öko-Trip

Seite 2:

Öffentlicher Grillplatz und Dachgartencafé

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%