Ikea mit Rekord in Deutschland

„Sehr gutes Jahr für Schlafzimmer“

Ikea hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 3,5 Milliarden Euro Gewinn gemacht. Vor allem die Deutschen stürmen die Läden des Möbelgiganten. Ein Grund für das gute Ergebnis: Betten, Schränke und Nachttischschränkchen.
Wachstumstreiber Schlafzimmer. Quelle: Imago
Aufbau eines Ikea-Betts

Wachstumstreiber Schlafzimmer.

(Foto: Imago)

Paris/HofheimDer weltgrößte Möbelhändler Ikea hat von einem Rekordgeschäft in Deutschland, seiner Expansion in China und dem stark gewachsenen Online-Handel profitiert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr (Ende August) verdiente der Konzern 3,5 Milliarden Euro, 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr, wie Ikea am Donnerstag mitteilte. Dies verstärke die stabile finanzielle Basis für künftige Investitionen, die unter anderem weiter in erneuerbare Energien fließen sollen.

Der Umsatz der unter anderem durch ihre Billy-Regale bekannten Kette kletterte um fünf Prozent auf den Rekordwert von 31,9 Milliarden Euro. Wesentlichen Anteil daran hatte das Deutschland-Geschäft, das soviel umsetzte wie nie zuvor. Auch in den USA verkauften sich die Ikea-Produkte gut. Beide Märkte liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Stellung des größten Einzelmarktes für den Möbelhändler.

„Es war ein sehr gutes Jahr für Schlafzimmer“, bilanzierte Konzernchef Peter Agnefjäll. „Das hat unser Wachstum im vergangenen Jahr wirklich angetrieben und uns zu einem starken Ergebnis verholfen.“ Die Preise für die Kunden hätten dank geringerer Beschaffungskosten gesenkt werden können. Auch das neue Geschäftsjahr sei gut gestartet, sagte der Ikea-Chef.

Insgesamt betreibt Ikea 330 Einrichtungshäuser in 28 Ländern. Darüber hinaus gibt es mehr als 40 Einrichtungshäuser, die von Franchise-Nehmern geleitet werden.

Die Super-Trends vom Schweden-Riesen
Die Heimat von Ikea
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Der Geburtsort des Mythos: In unscheinbaren grauen Bürokästen im verschlafenen schwedischen Städtchen Älmhult residiert die Ikea-Zentrale. Von hier wird das globale Imperium mit knapp 150.00 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 29 Milliarden Euro minutiös gesteuert. So verspielt sich der Konzern nach außen hin gibt – hier wird nichts dem Zufall überlassen. Im Bild ist das Ikea Kulturzentrum, das im Keller auch ein kleines Museum beherbergt, das an die Anfänge des Konzerns erinnert. 2016 öffnete genau gegenüber ein neues, großes Ikea-Museum.

Der Ikea-Chef
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Die Konzernführung tritt locker auf, alle sind per du, selbst Chef Peter Agnefjäll wird nie mit Krawatte gesehen. „Wir müssen verstehen, was die Wünsche der Kunden sind und wir müssen sie erfüllen“, gibt Agnefjäll die Richtung vor. Dazu werden aufwendige Kundenbefragungen in Auftrag gegeben, fast jeden Tag besuchen Researcher von Ikea gemeinsam mit Produktentwicklern Kunden in ihren Häusern und Wohnungen um ihre Gewohnheiten zu erforschen und so auf Ideen für neue Produkte zu kommen.

Das Entwicklungszentrum
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Im Design-Center in der Konzernzentrale entstehen viele der Ideen für die rund 2.000 Produkte, die jedes Jahr neu in die Kataloge aufgenommen werden. Im großen Aufenthaltsraum herrscht eine Atmosphäre fast wie bei einem Start-up.

Prototypen-Bau
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Die Entwicklung ist auf höchstem Standard, bereits seit 2003 nutzt Ikea auch 3D-Drucker. Hier das Modell eines Wasserhahns frisch aus dem Drucker. Die meisten Prototypen entstehen jedoch ganz traditionell in der Werkstatt mit handwerklichen Methoden aus Original-Werkstoffen.

Die Arbeit der Entwickler
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Neue Kollektionen entstehen in Kooperation aus internen oder externen Designern zusammen mit Produktentwicklern. James Futcher ist verantwortlich für die Weiterentwicklung der PS Kollektion für das Produktjahr 2017: „Wir entwickeln einen neuen Zugang zum Thema Komfort, wir wollen damit die junge Generation aus der Stadt erreichen.“ Unter den Ideen sind Decken im Stil von Schlafsäcken oder Sessel mit 3-D-Strick wie ihn z.B. Nike für seine Turnschuhe verwendet.

Die Kollektion von Katie Eary
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Um dem Programm einen Touch Avantgarde zu geben, arbeitet Ikea jetzt mit international bekannten Modedesignern zusammen. So hat die Herrenmodedesignerin Katie Eary eine farbenfrohe Kollektion mit Geschirr, Textilien und Notizbüchern entworfen, die unter dem Namen „Giltig“ im März 2016 in die Möbelhäuser kamen.

Designs aus Indien
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Der Designer Martin Bergström, der sonst Stoffmuster für Couture-Häuser in Paris entwirft, ist im Auftrag von Ikea nach Indien gereist, um dort mit Studenten des National Institute of Fashion Technology in Neu Delhi moderne indische Motive in schwarz-weiß zu entwickeln.

  • dpa
  • rtr
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