Illegale Elektroartikel

Gefährlicher China-Schrott bei Amazon und Ebay

Der Handel mit illegalen Elektroartikeln im Internet gerät offenbar außer Kontrolle. Recherchen des NDR haben ergeben, dass auf Amazon und Ebay zum Teil lebensgefährliche Produkte aus China angeboten werden.
Elektroprodukte, die einen tödlichen Stromschlag verursachen können. Quelle: dpa
Einkauf bei Ebay

Elektroprodukte, die einen tödlichen Stromschlag verursachen können.

(Foto: dpa)

DüsseldorfAmazon und Ebay haben keine ausreichende Kontrolle über die auf ihren Verkaufsplattformen angebotenen Produkte. Das wirft ein Bericht des NDR-Magazins „Panorama 3“ den Online-Händlern vor. Testkäufe und Recherchen hätten ergeben, dass über die Plattformen vermehrt illegale, zum Teil lebensgefährliche Elektronikartikel aus China angeboten würden, teilte der NDR am Dienstag mit.

In einem Gutachten für die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin werde darüber berichtet, dass der deutsche Zoll im Jahr 2012 rund 90.000 gefährliche elektrische Geräte beschlagnahmte. Tendenz steigend, so „Panorama 3“ (Sendung am Dienstag, 21.15 Uhr). Reporter hätten LED-Lampen und einen Transformator für den Betrieb von LED bei Amazon und Ebay gekauft und vom Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) untersuchen lassen.

Das Ergebnis: Keines der insgesamt neun gekauften Elektronikprodukte darf in Deutschland verkauft werden, so das NDR-Magazin. Die Produkte könnten im Fehlerfall einen tödlichen Stromschlag verursachen.

Auf Nachfrage von „Panorama 3“ hätten Ebay und Amazon auf die Verpflichtung der Verkäufer hingewiesen, nur rechtlich einwandfreie und sichere Waren anzubieten. Nachdem die beiden Online-Händler über die Ergebnisse der ersten Einkäufe informiert worden waren, seien die entsprechenden LED aber für den Verkauf gesperrt worden. Amazon warne mittlerweile Käufer sogar per E-Mail vor der Benutzung der gefährlichen Leuchtdioden.

Doch die oft aus China stammenden Händler machten einfach weiter – ohne das Amazon und Ebay das wirksam verhindern können. So seien die bei Ebay aus dem Verkauf genommenen gefährlichen LED in offenbar baugleicher Form bei Amazon wieder aufgetaucht. Die „Panorama 3“-Reporter stießen bei ihren Recherchen in Deutschland auf Mittelsmänner, die das Geschäft für chinesische Auftraggeber abwickeln, aber jede Verantwortung von sich weisen.

Dagmar Gesmann-Nuissl von der TU Chemnitz fordere in dem Gutachten für die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, die Plattformbetreiber sollten „genauso die Verantwortung tragen wie der Hersteller oder der Händler“. Verkaufsplattformen würden dann systematisch nach illegalen Produkten suchen, argumentiere die Professorin, um die Gefahr, von der Marktaufsicht belangt zu werden, zu minimieren. Das zuständige Bundessozialministerium erklärte auf NDR-Anfrage, dass eine solche Gesetzesänderung noch nicht einmal angedacht sei.

Was die Deutschen alles über ihr Handy einkaufen
Shopping via Smartphone
1 von 11

Die Deutschen haben das Shopping über das Smartphone für sich entdeckt: Laut einer Untersuchung von Deals.com sollen 2015 in Deutschland 14,4 Milliarden Euro über mobile Endgeräte umgesetzt werden – eine Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr. Durchschnittlich landen dabei 54 Euro im mobilen Warenkorb. Damit liegt Deutschland noch hinter den USA mit 74 Euro und Großbritannien mit 56 Euro. Die Franzosen hingegen geben weniger aus: Dort sind es nur 50 Euro.

Wofür die Deutschen das meiste Geld ausgeben...

10. Platz
2 von 11

Den zehnten Platz der beliebtesten mobil gekauften Güter von Januar bis Juni 2015 belegen die Haushalts- und Gartenwaren mit 8,4 Prozent.

9. Platz
3 von 11

Technik und Elektronik landet mit 9,4 Prozent auf dem neunten Platz der Güter, die die Deutschen am häufigsten über ihr Handy shoppen.

8. Platz
4 von 11

Büroklammern, Stifte, Post-its oder Papier: Schreibwaren und Bürobedarf kaufen die Deutschen auch über das Smartphone. Die Kategorie landet auf dem achten Platz mit 9,8 Prozent.

7. Platz
5 von 11

Dank Apps wie Facebook oder Xing dürften Smartphone-Nutzer keinen Geburtstag im Freundes- und Bekanntenkreis mehr vergessen. Praktisch, wenn man dann direkt über das Handy auch noch ein Geschenk oder Blumenstrauß bestellen kann. Viele Deutschen haben das schon erkannt: Blumen und Geschenkartikel erreichen 9,8 Prozent.

6. Platz
6 von 11

Für einen neuen Kleiderschrank oder die schicke Designer-Vase muss man nicht mehr zwangsläufig das Sofa verlassen: Denn auch Möbel und Einrichtungsgegenstände können über das Handy eingekauft werden. Die Kategorie liegt mit 10,2 Prozent auf dem sechsten Platz.

5. Platz
7 von 11

Auch das Spielzeug für den Nachwuchs kaufen viele Deutschen bereits über ihr Smartphone: Hobbyartikel und Spielzeug erreichen mit 12,6 Prozent den fünften Platz.

  • HB
Startseite

Mehr zu: Illegale Elektroartikel - Gefährlicher China-Schrott bei Amazon und Ebay

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%