Illegale Preisabsprachen in den USA
Lufthansa zahlt für Vergleich 85 Millionen

Die Deutsche Lufthansa hat sich im Rechtsstreit um illegale Preisabsprachen bei der Luftfracht in den USA mit einem Vergleich aus der Affäre gezogen. Zuvor hatte sich die Lufthansa bereits mit einer Selbstanzeige gegen Bußgelder zu schützen versucht.

HB FRANKFURT. Lufthansa zahle dafür 85 Mill. Dollar an die zivilen Kläger, teilte das Unternehmen am Montagabend mit. Damit seien alle zivilen Schadenersatzforderungen in den USA beigelegt. Die Vergleichszahlung werde das operative Gewinnziel der Fluggesellschaft für das laufende Jahr nicht verändert, ergänzte ein Unternehmenssprecher. Lufthansa strebe weiterhin an, das Vorjahresergebnis von 577 Mill. Euro zu übertreffen.

US- und europäische Kartellbehörden hatten im Februar die Büros mehrerer großer internationaler Fluggesellschaften durchsucht. Lufthansa habe Selbstanzeige erstattet und damit gute Chancen in den USA über den Vergleich hinaus keine Bußgelder zahlen zu müssen, erläuterte das Unternehmen.

Mit dem Vergleich, der vom Gericht genehmigt werden müsse, seien alle Sammelklagen sowie Ansprüche anderer Geschädigter in den USA beigelegt. Im März hatte die tansanische Firma Sisimizi in den USA die Lufthansa und zehn weitere große Fluggesellschaften in den USA wegen angeblicher Absprachen bei den Treibstoffzuschlägen für Frachtflüge verklagt. Offen seien noch Klagen in Kanada, sagte der Lufthansa-Sprecher.

Betroffen von den Ermittlungen waren neben Lufthansa anfangs führende europäischen Fluggesellschaften wie British Airways, Air France-KLM, Cargolux, SAS und die Schweizer Lufthansa-Beteiligung Swiss sowie in den USA American Airlines und United Airlines. Kurz darauf gerieten auch in Asien Frachtflieger wie Japan Airlines, Cathay Pacific Airways aus Hongkong, die beiden koreanischen Unternehmen Korean Air und Asiana Airlines sowie Singapore Airlines ins Visier der Ermittler.

Branchenexperten äußerten bereits im Frühjahr die Vermutung, dass Lufthansa mit einer Selbstanzeige aus dem Kartell ausgebrochen sei, um einer kostspieligen Bestrafung zu entgehen. Zivilklagen wegen Preisabsprachen können in den USA Schadenersatzgelder im Milliarden-Dollar-Bereich nach sich ziehen.

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