Im Fall eines Pilotenstreiks: Hunold droht mit Schließung der DBA

Im Fall eines Pilotenstreiks
Hunold droht mit Schließung der DBA

Sollte es bei der Billigfluglinie DBA nach der Einigung mit dem Kabinenpersonal zu Pilotenstreiks kommen, wird die Fluggesellschaft Air Berlin die Strecken der DBA bedienen und die DBA möglicherweise geschlossen.

HB DÜSSELDORF. Das kündigte Air Berlin-Chef Joachim Hunold gegenüber der Wirtschaftswoche an. Die Fluglinie hat sich heute mit der Gewerkschaft Verdi auf ein Tarifpaket für die Flugbegleiter verständigt. Eine Einigung mit den Piloten, die als deutlich schwieriger gilt, steht dagegen noch aus.

Hunold sagte der WirtschaftsWoche: "Im Moment betreibt die DBA nur noch elf Flugzeuge. Die restlichen Maschinen fliegen zwar DBA-Strecken, doch sie gehören inzwischen zu Air Berlin. Und von deren Besatzung will keiner streiken." Air Berlin sei in der Lage, den kompletten Flugplan der DBA zu übernehmen. "Wir können mit dem Rest unserer Flotte notfalls auch den Flugplan der elf DBA-Maschinen abfliegen. Wir bekommen noch einige neue Flugzeuge in diesem Jahr. Zudem haben wir noch einige zusätzliche Flugzeuge dazugeleast", sagte Hunold. Im "äußersten Notfall" könne er die DBA sofort schließen. Die Marke DBA werde zudem nur noch wenige Monate auf dem Markt sein. "Zum 1. April verschwindet die Marke DBA. Wir haben die Strecken und den Check-in zusammengeführt, DBA gehört zu unserem Bonusprogramm. Wir haben die Verwaltungsabteilungen fast komplett integriert, und die EDV-Systeme gehen zum 1. April zusammen."

Hunold bestätigte gegenüber der Wirtschaftswoche zudem, dass der Konzern beim Kauf von 130 Maschinen bei Boeing und Airbus erhebliche Preisnachlässe aushandeln konnte und deshalb über hohe stille Reserven von rund einer halben Milliarde Euro verfügt. Selbst wenn Air Berlin nicht alle neu bestellten Flugzeuge nutzen könne, sieht Hunold darin kein Problem. "Weil wir zu einem Preis kaufen, der niedriger ist als der Marktpreis, können wir die Flugzeuge jederzeit mit Gewinn weiterverkaufen oder durch ein Sale-Lease-back frisches Kapital beschaffen."

Nach dem Kauf der DBA im August vergangenen Jahres hält Hunold die Übernahme weiterer Fluglinien für möglich. "Da kann noch die ein oder andere Gesellschaft dazukommen, wenn es passt", sagte Hunold der Wirtschaftswoche. Zwar habe er aktuell keine Pläne. "Wir haben die Voraussetzungen dafür, weil wir die nötige Flexibilität im Management haben und eine EDV, die das mitmacht", sagte Hunold. "Wenn sich die Möglichkeit ergibt, sind wir sehr schnell in der Umsetzung.

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