Im Gespräch: Dietmar Hopp
„Vereine brauchen Investoren“

Dietmar Hopp, Sportmäzen und Investor des neuen Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim, hält die derzeitig gültigen Beteiligungsgrenzen für Investoren in der Fußball-Bundesliga für schädlich. Im Handelsblatt-Gespräch äußert er sich gemeinsam mit seinem Sohn Daniel und dem Handball-Manager Thorsten Storm über die Zukunft des Sportimperiums der Familie Hopp.

Herr Hopp, Sie und Ihr Sohn Daniel haben innerhalb weniger Jahre 1899 Hoffenheim in die erste Fußball-Bundesliga geführt, die Adler Mannheim zu einer festen Größe im Spitzen-Eishockey gemacht und die Handballer der Rhein-Neckar Löwen in die erste Liga geführt. Ist sportlicher Erfolg planbar, so wie der Eintritt eines Unternehmens in einen neuen Markt?

Dietmar Hopp: Natürlich ist sportlicher Erfolg planbar. Ohne eine konsistente Planung gibt es nur kurzfristige Erfolge, die dann häufig umschlagen in Katastrophen. Wir haben das schon häufiger gesehen haben. Also keine Frage: Man muss systematisch handeln.

Heißt das am Ende, dass im Sport künftig die Retortenvereine dominieren werden?

Dietmar Hopp: Das ist doch völlig falsch. Ich weiß gar nicht, was der Ausdruck Retorte im Zusammenhang mit Hoffenheim soll. Das gleiche gilt für die Adler Mannheim oder die Handballer der Rhein-Neckar Löwen. Hoffenheim wurde 1899 gegründet. Wir haben diese Jahreszahl nicht zuletzt deshalb in den Namen aufgenommen, damit diese Tatsache den Leuten bekannt wird. Der Verein ist über 17 Jahre von der Kreisklasse in die Bundesliga aufgestiegen. Retorte ist was Künstliches. Aber künstlich ist hier nichts.

Thorsten Storm: Man muss zwischen Herz und Kopf eines Vereins entscheiden. Für die Werbekunden zählt der Kopf, die Ratio. Hier zahlt sich ein modernes Konzept, ein durchdachter Plan aus. Eine andere Situation herrscht bei den Fans. Sie sind das Herz und begleiten Hoffenheim, die Adler oder eben die Rhein-Neckar Löwen seit langem. Hier dominiert das Emotionale, das Spontane.

Nichts desto trotz war der Erfolg erst möglich, als Sie, Herr Hopp, Ihre wirtschaftliche und finanzielle Kraft zur Verfügung gestellt haben, oder?

Dietmar Hopp: Aber es wurden doch zum Beispiel in Hoffenheim nicht mit Brachialgewalt irgendwelche Stars gekauft. Das Ganze wurde viel mehr systematisch entwickelt.

Dafür war der Durchmarsch von Hoffenheim in die erste Bundesliga allerdings ziemlich rasant...

Dietmar Hopp: Was mit der speziellen Situation in der Metropolregion Rhein-Neckar zu tun hatte. Der Sportarbeitskreis der Region hatte im Herbst 2005 die Marschroute ausgegeben, die Region brauche Bundesliga-Fußball. Genau zu der Zeit hat uns die Deutsche Fußball Liga signalisiert, dass Hoffenheim am bisherigen Standort nicht dauerhaft zweite Bundesliga spielen kann. Deshalb habe ich damals entschieden, mich an die Spitze der Bewegung in der Metropolregion zu setzen. Hoffenheim war schon damals der Verein, der hier in der höchsten Klasse spielte.

Daniel Hopp: Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Bei aller Planung, es war keineswegs so, dass wir vor Jahren gesagt haben, wir wollen dort hin, wo wir heute stehen. Es hat sich Schritt für Schritt entwickelt. Das gilt auch für die SAP-Arena. Diese Idee hatten wir erstmals im Jahr 2000, als klar wurde, dass das alte Eishockeystadion der Adler für die Spitzenliga nicht mehr geeignet war. Daraus ist dann die Multifunktionshalle entstanden.

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